DIY: Wenn die beste Freundin geht – ein Abschiedsbuch*. [Werbung]

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Ein Umzug ist immer schwer, auch, wenn es die gleiche Gegend ist. Doch, was ist, wenn die beste Freundin, an der das Herz so sehr hängt, plötzlich das Land verlässt? Viel schlimmer noch – sogar den Kontinent? Das Schwanken zwischen der Freude zu ihrem Glück und den geheimen Wünschen, dass es doch nicht passieren wird, verschaffen einem ein ungutes Gefühlschaos.

*In Zusammenarbeit mit Pixum entstanden.

Die geheimen und gemeinen Wünsche.

Als beste Freundin freut man sich natürlich, dass die platonische Liebe seines Lebens endlich ihre wahrhafte Liebe ihres Lebens gefunden hat. Man schmiedet Pläne, feiert sich gemeinsam dafür und wünscht ihr nur das größte Glück dieser Welt. Doch, wenn dies ebenso sehr bedeutet, dass man selbst einen Teil seines Herzens, ja gar Lebens dadurch zumindest räumlich verliert, tauchen da die dunklen seiten der Seele auf. Diese Seiten, die man eigentlich gar nicht erwähnen darf, da sie gemein sind und ganz und gar nicht freundschaftlich. Denn hat man die Phase der Verdrängung erst einmal verdrängt, steigt klammheimlich der Wunsch in einem auf, dass das Glück ja doch nicht hält und sie doch hier bleibt. Ich weiß, es ist Egoismus in seiner reinsten Form und ich versuche ihn auch, wann immer er hoch kommt, wieder in seinen Käfig zu sperren, doch so manches Mal schafft er es dann allerdings für wenige Momente voll durch zu kommen.

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Wie sage ich Tschüss?

Mir ist bewusst, dass es kein Abschied für immer ist. Sie wird nicht aus meinem Leben gestrichen und ein anderer Kontinent bedeutet kein anderer Planet. Um das ganze aber für mich erträglicher zu machen  und für sie gleichzeitig ein Abschiedsgeschenk parat zu haben, damit sie mich ja nicht vergisst, habe ich ein Buch gebastelt. Gefüllt mit allen Fotos der letzten nun doch schon 10 Jahre, mit persönlichen Gedanken und Geschichten und kleinen Helferlein für sie, um es in der Ferne auszuhalten, wird eine Freundschaft in ein Büchlein verpackt.

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Wie alles begann…

Man mag es kaum glauben, aber meine heutige beste Freundin, war für mich früher ein Grund die Straßenseite zu wechseln. Ja, ihr habt richtig gelesen – als ich die Schule wechselte und die ersten Monate so allmählich die Leute kennen lernte, war sie nicht mein Favorit und ich gewiss auch nicht ihrer. Erst auf der Studienfahrt als man das erste Mal – gezwungenermaßen, da man sich ein Zimmer teilte – so richtig ins Gespräch kam, merkten wir schnell, dass der erste Eindruck und die Gerüchte, die in der Luft hingen, absolut nicht stimmten. Mit einer vorsichtigen Anlaufphase, verbrachten wir immer mehr Zeit miteinander, teilten gemeinsame ‘Probleme’ und wurden, ohne es zunächst zu merken, zu den zwei besten Freunden, die man sich nur wünschen kann. Mittlerweile ist ein ganzes Jahrzehnt vorbei und wir sind – mehr oder weniger – erwachsen geworden – gemeinsam. Das bedeutet aber eben auch, dass sich Veränderungen und neue Wege auftun, die, wie in diesem Falle, einen Abschied nach sich ziehen…

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DIY – Anleitung zum Abschiedsbuch

Um ein solches Buch fertigzustellen, braucht es eigentlich nicht viel, außer ein paar Materialien, viel Liebe und auch ein bisschen Zeit. Ich bin nämlich der Meinung, dass man so etwas zwar sicherlich innerhalb eines Tages schaffen kann, das Ergebnis allerdings dann auch danach aussieht…

Was braucht ihr bzw. was brauchte ich für mein Buch:

  • Jemanden, den man liebt, der geht (ja, ich Scherzkeks, ich weiß)
  • Fotos
  • Ein in Leder gebundenes Buch mit leeren Seiten (oder jedes andere Buch, das euch gefällt und dessen Seiten unbeschriftet sind)
  • Erinnerungsstücke, wie Eintrittskarten, getrocknete Blumen oder oder oder
  • Bastelkrams noch und nöcher
  • Bei Pinterest gibt es zudem viele Inspirationen

Ich mag es Retro

Die meisten Fotos, die wir voneinander haben, sind Handybilder, welch Wunder in der heutigen Zeit, nicht wahr?! Da es sich ja aber um Erinnerungen dreht, also um Vergangenes, fand ich die Idee vom Polaroid-Look ganz cool. Bei Pixum* fand ich dann die Möglichkeit all meine Fotos für einen guten Preis in eben diesen Retrolook zu verwandeln und hatte schon nach wenigen Tagen Post in meinem Briefkasten. Bis auf die Bilder, die eh schon mit einem Filter überdeckt waren, verzichtete ich dieses Mal auf eine Bildbearbeitung. Lege ich sonst viel Wert darauf, dass die Bilder aufgehübscht werden, wollte ich es gerade in diesem Falle nicht – sie sollten echt sein, so wie unsere Freundschaft und das bedeutet eben auch, dass man hier und dort eventuell eine Falte erkennt, die Helligkeit gar nicht so hell ist oder irgendetwas anderes nicht dem Optimum entspricht.

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Was packe ich in ein solches Buch?

Neben den besagten Erinnerungsfotos, die mit persönlichen Sprüchen, Gedanken und Flashbacks versehen werden, versuchte ich zudem auch noch die Ferne für meine Freundin erträglicher zu machen. Denn nicht nur wir ‘verlieren’ sie, sie ‘verliert’ auch uns. Sie ist plötzlich weit, weit weg, in einem Land mit fremder Sprache, fremden Menschen und fremden Gewohnheiten. Weit weg von Menschen, die sie liebt und die sie lieben und von Orten, die sie kennt. Für sie wird es zu Anfang eben auch kein Zuckerschlecken werden und damit sie sich besser in den Alltag findet und nicht das Gefühl von Einsamkeit hat – jedenfalls nicht ständig – habe ich kleine Helferlein auf den unterschiedlichsten Seiten versteckt.

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Da wären zum Beispiel Umschläge, in denen sich Briefe befinden, die sie nur in bestimmten situationen öffnen darf – einsamkeit, Regenwetter, Streit mit dem Liebsten, Heimweh, Fernweh oder oder oder. Diese Briefchen sollen sie zum Lachen, Schmunzeln und Vergessen bringen und ihr zeigen, dass wir gar nicht wirklich getrennt sind, wenngleich man nicht mal eben vorbeischauen kann.

Die hinteren Seiten ließ ich frei, naja, jedenfalls teilweise, denn dort soll sie selbst aktiv werden. Auf diesen Seiten ist Platz für neue Erinnerungen, die ihr wichtig sind. Es ist Platz, um seinen schlechten Tag einfach mal am Buch auszulassen und die Seiten ein wenig zu ‘misshandeln’ oder schlichtweg, um seinen Kopf frei zu bekommen, in dem man einfach mal aufschreibt, was da so herumspukt.

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Distance means so little, when someone means so much!

Wie ihr ein solches Buch gestaltet und mit welchen Ideen ihr ihm Leben einhaucht, bleibt letzten Endes natürlich bei euch allein, doch hoffe ich, dass vielleicht die eine oder andere Inspiration dabei war. Ich schwelgte jedenfalls stundenlang in den schönsten Erinnerungen, was mich auf der anderen Seite allerdings noch ein wenig bedrückter macht…

 

Was würdet ihr eurer besten Freundin mitgeben, wenn sie das Land verlassen würde?

 

8 Comments

  • Ich bin heute auf deinen Blog mit dieser Geschenkidee gestoßen und finde sie super. Ich musste mir auch schon ein paar “Abschiedsgeschenke” einfallen lassen, aber bisher sind diese Menschen immer nur innerhalb von Deutschland umgezogen. Eine Freundin bekam beispielsweise einen Kalender mit Fotos und Bildern von unserer Mädelsrunde. In dem Monat, in dem sie Geburtstag hat, war neben einem Bild von ihr nur ein Umschlag mit dem Hinweis “Überraschung”. An ihrem Geburtstag sind wir zu ihr gefahren und sie wußte nichts davon. Sie hat sich riesig gefreut und wir mussten über ein halbes Jahr aufpassen, dass sich niemand verquatscht.

    Aber auch ich habe bereits Abschiedsgeschenke bekommen. Nach der Schulzeit bin ich 600km von meinen Schulfreunden weggezogen und habe von einer Freundin eine CD mit Liedern geschenkt bekommen, die uns im Laufe unserer Freundschaft (damals schon 7 Jahre) begleitet haben bzw. die wir in der Zeit damals unzählige Male gehört haben. Diese CD gibt es heute noch, über 10 Jahre später, und höre ich mir manchmal an und muss schmunzeln. Die Freundschaft besteht auch heute noch, obwohl die Entfernung zwischen uns größer geworden ist und man sich weniger hört oder sieht als damals.

    Liebe Grüße, Antje

    • Oh, vielen lieben Dank für Deinen schönen Kommentar!
      Das sind wirklich tolle Sachen, die du geschenkt hast und auch geschenkt bekommen hast.
      Ich mag ja solche Dinge, die wunderbar individuell sind und mit denen man wirklich etwas verbindet.
      Und richtig toll, dass die Freundschaft noch besteht! Klar, man sieht isch nicht mehr so häufig, aber das heißt ja nicht, dass man sich weniger mag :).

      Allerliebst
      Sylvi

  • Wow, richtig toll geworden & deine Freundin kann sich sehr glücklich schätzen dich zu haben 🙂
    Diese tolle Idee ist in meinem Kopf abgespeichert. 🙂
    Man sieht wie viel Liebe du in das Projekt gesteckt hast. <3
    Vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit, dass ich auch so etwas schönes für jemanden basteln kann.

    Liebe Grüße
    http://sophiaskleinewelt04.blogspot.de/

  • Wow, das hast du ja sooo schön gestaltet! Da wird sich deine beste Freundin sicher darüber gefreut haben, oder? (was frag’ ich eigentlich-natürlich hat sie sich gefreut wie ein Schnitzel^^) Ich mag den Retro-Look auch sehr sehr gerne 🙂
    Du hast dir so viele kleine Details und Extras überlegt, deswegen meine Frage: Wielange hast du dafür gebraucht, bis alles fertig war?
    Das ist so eine niedliche Idee! Werde mir da auf jeden Fall ein paar Sachen im Hinterkopf behalten 🙂 Danke für die Inspiration! Wenn meine beste Freundin das Land verlassen würde, würde ich wahrscheinlich etwas Ähnliches für sie basteln – macht riesig Spaß und ist ein super Andenken!
    Liebe Grüße,
    Tina von http://www.freckledrebell.de

    • Liebe Tina,

      danke Dir für Deinen ausführlichen Kommentar und natürlich für Deine lieben Worte :)!
      Ja, sie hat sich (glücklicherweise) drüber gefreut und wir haben dne ganzen Abend dadrin herumgeblättert und in Erinnerungen gewälzt ;).
      Puuuh, das ist schwer zu sagen, wie lange ich gebraucht habe, da ich das ja auf mehrere Abende verteilt hatte. Aber wenn man mal überlegt, dass ich jeden Abend so knapp 3Stunden dran saß und das dann über etwa 2 Wochen verteilt (mal mehr mal weniger), ist da schon ein wenig Zeit hineingeflossen 😀

      Liebste Grüße
      Sylvi

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