Literatur: Neues Jahr – Neuer Lesestoff. Meine Krimi- und Thrillerempfehlungen.

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Ein neues Jahr bedeutet nicht nur neue Chancen und gute Vorsätze, sondern für mich auch eine ganz private Challenge – Die So-viele-Bücher-lesen-wie-möglich-Challenge. Das ist jetzt natürlich keine richtige Challenge, aber immer dann, wenn ich so richtig im Leseflow bin, kommt ein Buch nach dem anderen vor meine Nase und am Ende des Jahres bin ich dann immer sehr überrascht, wie viele es  doch wurden, obwohl es sich gar nicht danach angefühlt hat. Und damit auch bei euch das neue Lesejahr wieder super losgeht, kommen hier mal eine handvoll Büchertipps.

Die Vermissten – Caroline Eriksson:

Klappentext: Das grünschwarze Wasser leuchtet geheimnisvoll in der untergehenden Sommersonne. Der Abend könnte nicht schöner sein, als Greta, Alex und Tochter Smilla mit dem Boot zur kleinen Insel in der Mitte des Sees fahren. Greta bleibt am Ufer, während die anderen beiden neugierig auf Entdeckungstour gehen. Aber sie kommen nicht mehr zurück. Beunruhigt macht sich Greta auf die Suche – doch von Alex und Smilla fehlt jede Spur … In ihrer wachsenden Verzweiflung wendet sie sich an die Polizei. Schnell wird klar, dass Gretas eigene Geschichte ebenso große Rätsel aufwirft wie das Verschwinden ihrer Lieben. Und die Frage: Hat sie etwas damit zu tun?

Mein erster Gedanke, als ich diesen Thriller begann – Mein Gott, die kommt nicht aus dem Quark. Mein nächster Gedanke war – Super spannend, ich kann es heute einfach nicht aus der Hand legen. Mein letzter Gedanke war – Herr im Himmel, mach, dass die Protagonistin aufhört so stressig zu sein. Ihr seht, ich bin mir nicht einig darüber, wie ich es beurteilen soll. Zu Anfang benötigt es ein wenig Zeit bis die Spannung in Fahrt kommt. Hat sie ihren Zenit erreicht, möchte man bzw. mochte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen. Doch gibt es für meine Bedürfnisse auch viel zu häufig diese Momente, in denen man die Protagonistin gerne packen und schütteln und hier und dort eine Backpfeife platzieren würde, nur, damit sie von ihrem Hysterietrip wieder runterkommt. Kurzum: An und für sich hat es mich im Ganzen unterhalten und war in einem guten Durchlauf zu lesen. Wer mit der Thematik Gewalt an der Partnerin zur eigenen Luststeigerung und der psychischen Abhängigkeit dieser umgehen kann und erfahren möchte, was für verquere Situationen sich daraus erschließen, kann sich gerne dieses Buch zu Gemüte führen.

Saving Grace. Bis dein Tod uns scheidet – B.A. Paris

Klappentext: Grace und Jack Angel sind das perfekte Paar. Die dreiunddreißigjährige Grace ist warmherzig, liebevoll, bildhübsch. Jack sieht gut aus, ist charmant und kämpft als renommierter Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Aber sollte man Perfektion jemals trauen? Warum zum Beispiel kann Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch niemals zu? Warum umgibt ein hoher Zaun Jacks und Graces wunderschönes Haus? Doch wenn man Grace danach fragen möchte, stellt man fest, dass sie nie allein ist. Denn Jack ist immer – wirklich immer – an ihrer Seite …

Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch zunächst nur wegen des Covers und Titels auswählte und dem Klappentext keinerlei Aufmerksamkeit widmete. Als ich dann las, dass die Protagonistin eine Schwester mit Down-Syndom hat, deren Rolle nicht unbedeutend sein wird, war ich gar nicht begeistert. Stories, in denen Menschen mit einer Behinderung vorkommen, versuche ich tunlichst zu vermeiden, da ich einfach zu tief in der Gefühlslage stecke und es zumeist nicht entspannt verarbeiten kann. Da ich es aber ebenso wenig mag, ein Buch anzufangen und es dann links liegen zu lassen, gab ich ihm eine Chance und stellte mich auf ein Gefühlschaos der Extraklasse ein. Dieses Gefühlschaos kam auch tatsächlich, doch ganz anders als erwartet. Ich bin so froh, dass ich diesem Buch eine Chance gab, denn die Autorin hat sich auf die Liste der für mich am lesenswertesten Bücher in meinem Regal geschrieben. Innerhalb eines Tages hatte ich den kompletten Thriller durch und das ist noch keine fünf Mal in meiner ‘Lesekarriere’ geschehen. So viel packende Spannung, beklemmendes Mitfiebern und einfach absolutes Verschmelzen mit der Protagonistin und dem ganzen Plot kommt wirklich sehr selten bei mir vor. Besonders die Charakterzeichnung der geistigbehinderten Schwester hat mich positiv überrascht und staunen lassen. Allein, wenn ich jetzt noch an den letzten Dialog auf der letzten Seite denke, setzt mein Herzschlag für eine Sekunde aus! Mein asboluter Geheimtipp für alle Psychothriller-Liebhaber! Bezeichnung als Psychothriller durch und durch verdient!

Das tote Herz – Rainer Würth

Klappentext: Nach einem lebensgefährlichen Zusammenbruch erhält der erfolgreiche Architekt Nicolas Kober ein Spenderherz. Was er nicht weiß: Das Herz gehörte dem sogenannten „Fotografen“, einem Frauenserienmörder. Schon bald bemerkt Kober eine irritierende Veränderung an sich, hat sonderbare Träume und Phantasien. Hat er nicht nur das Herz des Fotografen geerbt, sondern auch dessen grausame Neigungen? Dann lernt Kober Solveig Jacobsen kennen, das letzte Opfer des Fotografen, das schwer verletzt überlebt hat. Und er fühlt sich sofort stark zu ihr hingezogen …

Deutsche Autoren haben keinen leichten Start bei mir, das muss ich ja schon sagen. Es gibt nur wenige, die es wirklich schaffen, mich für sich zu gewinnen. Rainer Würth gab ich eine Chance, da (ja, ich weiß, never judge a book its cover – aber, das ist der zumeist erste Punkt auf den ich Acht gebe) mir das Cover so gut gefiel und ja, auch der Klappentext doch schon ein dezentes Interesse in mir weckte. Absoluter Pluspunkt waren seine stilistischen Mittel – das schnelle und häufige Wechseln der personalen Blickwinkel schafft eine angenehme Dynamik und ein kurzweiliges Leseerleben. Für mich der negativste Aspekte: die zuweilen flappsige Sprache – so manches Mal hätte er sich ruhig anders ausdrücken können. Hat man erst einmal die beginnenden Kapitel ‘überstanden’ wird man förmlich in den Sog dieser Story gezogen und fiebert nur noch mit. Ob es wohl tatsächlich möglich ist, Eigenschaften des Organspenders anzunehmen?! Kurzum: Ein kurzweiliger und packender deutscher Thriller, der mit seiner Schnelllebigkeit für Rasanz und Spannung sorgt.

Kaltgestellt – Royce Scott Buckingham.

Klappentext: Als Staatsanwalt Stu Stark den wichtigsten Fall seiner Karriere verliert, wird er fristlos entlassen. Um sein angeschlagenes Ego aufzupolieren, lässt er sich auf einen Trip durch Alaskas Wildnis ein. Was wie ein Abenteuer beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum – denn nach einer Woche wird er nicht am vereinbarten Treffpunkt abgeholt. Man hat ihn im eisigen Polarklima zurückgelassen, wo ihm schon bald der Tod droht. Seine einzige Rettung ist ein alter Jäger, der ihn über den Winter bei sich aufnimmt. Für den ehemaligen Anwalt beginnt ein beinhartes Überlebenstraining, das er nutzen will, um sich an denjenigen zu rächen, die ihn verraten haben …

Ein Roman, der absolut zur momentan eisigen Jahreszeit passt. Stellt euch vor, ihr bekommt einen Urlaub geschenkt, den ihr annehmt und durch den ihr am Ende fast den Tod finden solltet. Sein Überlebenstraining und die Rache, die den Protagonisten antreibt, machen aus ihm einen neuen Menschen. Mit Kaltgestellt bekomm ihr einen sehr modernen und rasanten Justizthriller, der durch seine schnell aufbauende Spannung und den angenehmen Schreibstil des Autors für einige aufregende und unterhaltende Stunden liefert. Kurzum: Geld, Macht und Intrigen durchwirken diesen Roman.

Die Katzen von Montmartre – Tessa Korber

Klappentext: Sie liegen auf den Steinen des Friedhofs, streunen durch die Straßen von Paris und sonnen sich auf den Treppenstufen, die zu Sacré-Coeur hinaufführen. Die Katzen von Montmartre sind überall und erschnuppern oder erfühlen mit ihren Schnurrhaaren so einiges, was den menschlichen Bewohnern der Stadt nur zu leicht entgeht. Als die Leiche eines jungen Mädchens auf dem Friedhof von Montmartre gefunden wird und zudem noch die Katze Grisette, der Schwarm aller Kater, von einem auf den anderen Tag verschwunden ist, beginnen die Katzen auf eigene Pfote zu ermitteln. Hat der Mord etwas mit dem plötzlichen Verschwinden von Grisette zu tun? Und wie tief müssen die Katzen in die Geschichte des Montmartre hinabsteigen, um dieses Geheimnis zu lüften?

Ein entspannter Krimi, den vor allem Katzenfreunde mögen werden. Aus der hauptsächlichen Perspektive der Katzen wird das Leben in dieser Stadt (Paris abseits der Torusiten) geschildert – ein Leben, das auch seine dunklen Seiten zu haben scheint, immerhin wird eines Tages eine Mädchenleiche gefunden. Was das alles auf sich hat und was oder ob das Verschwinden einer Katzen-Dame damit zu tun hat, wird mit einem ganz bestimtmen Charme erzählt. Man muss sich durch und durch darauf einlassen, dass hier die Katzen die Hauptprotagonisten sind und ihre Gedankengänge denen von Menschen ähneln. Ihr mögt Katzen, ruhige und entspannte Krimis und dazu noch Paris ohne Touristen? Dann solltet ihr diesen Krimi unbedingt lesen. Für alle anderen, auf die diese Dinge nicht zutreffen, gibt es sicherlich passendere Bücher.

Der Rabe – Lionel Davidson

Klappentext: Inmitten der sibirischen Steppe liegt ein Geheimnis begraben, von dem nur eine Handvoll Menschen wissen: ein unterirdisches russisches Forschungslabor. Offiziell existiert es nicht, und wer einmal dort ist, wird es nie wieder verlassen. Doch der Biologe Rogatschow weiß, dass das, was dort geschieht, nicht im Eis verborgen bleiben darf. Er schickt einen verschlüsselten Hilferuf an den einen Mann, der die Wahrheit ans Licht bringen kann: Dr. Johnny Porter, eigenwilliger Einzelgänger indianischer Abstammung, Mikrobiologe und Sprachgenie, begibt sich auf die lebensgefährliche Mission nach Sibirien …

Der Rabe ist ein Buch, das mich doch ein wenig enttäuschte. Der erwartete Psychothriller in der sibirischen Steppe erfolgt nicht auf die Art und Weise wie ich es erhofft hatte. Es ist eher ein Agentenroman, der allerdings ewig und drei Tage braucht – jedenfalls für mein Gefühl – um aus den Puschen zu kommen, damit sich sowohl  die nötige Spannung aufbauen kann als dass man auch endlich in das erhoffte Versuchslabor eingeführt wird. Wer sofortige Spannung von der ersten Seite an erwartet, der sollte sich das Buch nicht zulegen. Wer allerdings sehr geduldig ist und sich für russische Lebensbedingungen und Spionagetätigkeiten interessiert, wird hieran sicherlich seine Freude finden. Ich denke, ich war einfach nicht das richtige Publikum für diesen Thriller.

 

Was war euer erstes Buch in diesem Jahr?

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