Literatur: Neuer Lesestoff für den Monat Mai 2017.

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Kaum zu fassen, wie die Zeit hier rennt. Leckomio. Kaum den einen Lesemonat überwunden, folgt schon der nächste. Wie gut,d ass ich derzeti so viel mit dem Zug utnerwegs bin, dann schaff ich auch extra viel für euch zu lesen. Diesen Monat gibt es einen ganz wirren Mix aus Thriller bzw. Krimi, aber auch ein Roman sowie ein etwas fachwissenschaftlicheres Buch ist mit dabei. Lasst euch gerne überraschen und viel Spaß beim Stöbern.

The Girl before – Sie war wie Du. Und jetzt ist sie tot. – JP Delaney.

Klappentext: Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches.

Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.

Ein asbolutes Muss für jeden Thriller-Fan. Es ist eines der Bücher, die ich mir zum einen wegen des Covers und zum anderen, wegen Empfehlungen meiner Freunde zur Hand nahm. Und es ist solch ein Buch, welches ich nicht mehr aus der Hand geben wollte und auch am Ende, als die letzte Seite längst vergangen war, nicht aus meinem Kopf bekam. Eine leichte Befangenheit, das Grübeln darüber, wieso sich jemand überhaupt dorthin begibt und das Staunen über die inhaltliche Leistung bringen mich heute dazu, diesen Thriller für euch ganz oben zu platzieren. Die Story ist aus zwei personalen und zeitlichen Blickwinkeln geschrieben, so dass man bzw. ich gut in den Plot kam und auch die Erzählstränge hervorragend nachvollziehen konnte. Lasst euch verwirren, auch wenn ihr zunächst denkt alles zu wissen. Am Ende ist es doch ganz anders.

Die Bestimmung des Bösen – Julia Corbin.

Klappentext: „Schließ die Augen und zähl bis hundert.“ Dies sind die letzten Worte, die Alexis von ihrem Vater hört. Kurz darauf sind ihre Eltern tot, und das kleine Mädchen bleibt als Waise zurück, verfolgt von traumatischen Erinnerungen.

Dreiundzwanzig Jahre später ist Alexis Hall Kommissarin bei der Mannheimer Kripo. Doch die wahren Gründe, warum sie zur Polizei ging, kennt niemand. Als mehrere brutal entstellte Frauenleichen in einem Wald entdeckt werden und sie die Ermittlungen leiten soll, holt sie ihre Vergangenheit ein. Denn die weißen Anemonen, mit denen die Leichen geschmückt sind, kennt Alexis nur zu gut aus ihrer Kindheit …

Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, ob es so etwas, wie das von grundauf Böse gibt? Etwas, das in einem schlummern kann und ganz gleich, wie die Kindheit und das Leben als solches verlief, irgendwann ausbricht und ihr euch dem Bösen zuwendet? Julia Corbin, eine deutsche Thrillerautorin, tat dies und herausgekommen ist ein extrem packender und spannender Thriller, mit dem ihr ein hervorragendes Debüt gelungen ist. Sagt mir: Fühlt ihr euch eher zum Bösen hingezogen? Tragt ihr in euch das kill:gen?!

Don’t worry, be Mami – Sandra Runge.

Klappentext: Wer meint, die Geburt wäre das Heftigste am Kinderkriegen, irrt: Es ist der juristische Wahnsinn, der Eltern den Verstand raubt: Wo beantrage ich Elterngeld – und welches? Wer erhält das Sorgerecht im Falle einer Trennung? Und was ist nochmal der Unterschied zwischen Mutterschutz und Elternzeit? Ganz ohne Juristenkauderwelsch und beruhend auf Beispielfällen aus dem wahren Leben gibt Rechtsanwältin und Zweifachmutter Sandra Runge unverzichtbare Tipps, um Mamas und Papas vor allen rechtlichen Fallgruben zu bewahren. Denn wer sich nicht über fiese Arbeitgeber, verstrichene Fristen und einen mickrigen Kontostand ärgern muss, kann sich an den wirklichen wichtigen Dingen des Lebens erfreuen: dem eigenen Kind zum Beispiel.

Dieses Buch ist kein Roman oder Thriller, sondern ein Ratgeber, was mich etwas vorsichtig an die Sache herangehen lässt. Backbücher und Belletristik zu rezensieren und meine Meinung darüber abzugeben ist dann doch nochmal ein anderes Kapitel als Ratgeber, die nicht nur unterhalten, sondern tatsächlich eine Hilfestellung bieten wollen. Dennoch versuche ich mein Glück und hoffe, euch hilfreiche Eindrücke zu geben. Wie ihr dem Titel entnehmen könnt, geht es um juristische Aspekte des Elternwerdens und -seins. Was läuft wie, wann und mit wem ab und welche Rechte hat man eigentlich? Absoluter Pluspunkt: Die Sprache ist verständlich und nicht mit Juristenkauderwelch und ausschließlichem Fachjargon geschmückt. Für alle werdenden Eltern oder diejenigen, die planen, welche zu werden oder es gar sind, ist dieses Buch nicht nur unterhaltend, sondern auch tatsächlich hilfreich. Ich hatte mich davor schon für recht gut informiert gehalten, am Ende weiß man dann aber doch nicht so viel und ist über jeden Hinweis, Tipp und Rat dankbar.

Die Spuren meiner Mutter – Jodi Picoult.

Klappentext: Die dreizehnjährige Jenna sucht ihre Mutter. Alice Metcalf verschwand zehn Jahre zuvor spurlos nach einem tragischen Vorfall im Elefantenreservat von New Hampshire, bei dem eine Tierpflegerin ums Leben kam. Nachdem Jenna schon alle Vermisstenportale im Internet durchsucht hat, wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an die Wahrsagerin Serenity. Diese hat als Medium der Polizei beim Aufspüren von vermissten Personen geholfen, bis sie glaubte, ihre Gabe verloren zu haben. Zusammen machen sie den abgehalfterten Privatdetektiv Virgil ausfindig, der damals als Ermittler mit dem Fall der verschwundenen Elefantenforscherin Alice befasst war. Mit Hilfe von Alices Tagebuch, den damaligen Polizeiakten und Serenitys übersinnlichen Fähigkeiten begibt sich das kuriose Trio auf eine spannende und tief bewegende Spurensuche – mit verblüffender Auflösung.

Nur das Cover. Das allein hat schon gereicht, damit ich das Buch haben und lesen wollte. Die Story fällt nicht allzu sehr unter mein ursprüngliches Beuteschema, allerdings war nicht nur das Cover einnehmend. Es handelt sich um einen Roman über die Suche einer jungen Frau bzw. eines jungen Mädchens nach seiner Mutter, die angeblich verstorben sein soll, was diese jedoch nicht glauben mag. In einem äußerst geschickten Verfahren schafft es Picoult all die verschiedenen Geschichten, die sich in diesem Buch befinden so miteinander zu verbinden, dass sie zu einer großen verschmelzen. Mit Liebe zum Detail ohne dabei langatmig zu werden, mit einer wundervollen Geschichte und dem Talent seine Leser in eine andere Welt mitzunehmen, hat es die Autorin tatsächlich geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen und gespannt auf andere Werke von ihr warten und hoffen zu lassen. Für alle Träumer, für alle, die suchen und finden wollen und für alle, die Geschichten lieben, ist dieses Buch eine perfekte Sommerlektüre.

Good as Gone – Amy Gentry.

Klappentext: Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Good as Gone ist ein von Anfang an atemberaubend spannendes Buch darüber, wie wenig wir die kennen, die wir lieben. Amy Gentry spielt grandios mit verschiedenen Erzählperspektiven und führt die Leser auf zahlreiche falsche Fährten – bis zum fulminanten Finale.

Bei diesem Thriller fällt es mir irgendwie schwer ein abschließendes Urteil zu finden. Es gibt einige Aspekte, die mich im Zwiespalt lassen, aber wiederum auch andere, die mich das Buch zackig haben durchlesen lassen. Beginnen wir am besten Stück für Stück. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass man wirklich ganz hervorragend vorankommt und auch der Plot als solches ist ein für mich extrem spannendes Gebiet. Ich frage mich immer, wie es wohl für die Familien entführter Kinder wäre, wenn diese eines Tages zurückkehren würden, ob man einfach dort anknüpfen könnte, wo man sich verloren hatte und natürlich wünsche ich es mir immer wieder für alle Beteiligten, dass irgendwann der Tag kommt, an dem nicht von einem Leichenfund die Rede ist, sondern einer Wiederkehr. Mein Problem war jedoch, dass ich die Protagonisten ganz fürchterlich fand. Ich konnte einfach nicht mit ihnen warm werden. Und die Tatsache, dass ich solch eine Story bereits bei Law&Order einst sah – ja ich weiß, total blöd, das hier in Verbindung zu setzen… – macht es auch nicht besser. Das ist natürlich absolut subjektiv, doch ließ mich das Gefühl nicht los, dass die Story eben nicht auf dem ‚Mist‘ des Autors gewachsen ist. Schwierig. Schwierig. Schwierig. Hier überlasse ich es euch leider – lest es oder lasst es bleiben…

Das Scherbenhaus – Susanne Kliem.

Klappentext: Carla Brendel wird seit Monaten von einem Stalker verfolgt, der ihr Fotos mit bedrohlichen Motiven schickt: Menschliche Haut. Ein Messer. Wunden. Aus Angst vor dem Fremden flüchtet sie aus ihrer idyllischen Heimatstadt in Norddeutschland zu ihrer Halbschwester nach Berlin. In Ellens luxuriöser Wohnanlage „Safe Haven“, die mit neuesten Sicherheitssystemen ausgestattet ist, fühlt sie sich beschützt. Doch kurz nach ihrer Ankunft verschwindet Ellen spurlos, ihre Leiche wird wenige Tage später aus der Spree geborgen. Ein tragischer Unfall? Oder wissen die anderen Hausbewohner mehr, als sie sagen? Carlas Zweifel wachsen. Sie bleibt und sucht nach der Wahrheit. Dabei merkt sie schnell, dass im „Safe Haven“ ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen. Und es tödlich enden kann, wenn man zu viele Fragen stellt …

Ein raffinierter Psychothriller, der in die Abgründe der menschlichen Psyche vordringt und den Leser bis zur letzten Seite in Bann hält.

Wie schon Good as Gone, überzeugt mich leider auch das Scherbenhaus nicht allzu sehr. Die Story mit dem Stalker und das Haus sind alles spannende Elemente, aus denen man hervorragend etwas enorm Packendes hätte zaubern können. Doch ließ es mich, bis auf wenige Male, recht kalt. Für meinen Geschmack gibt es zu viel Hin und Her und schlichtweg zu einfach gemachte Situationen, sprich, wenn Taten ganz fluchs halb gestanden werden, kommt in mir das Gefühl auf, dass es sich da jemand leicht in der Geschichte machen wollte. Ich glaueb die Story schlichtweg nicht. Ich nehme den Protagonisten ihre Charakterzüge und Handlungen nicht ab. Für mich eher ein Buch, wenn man nichts anderes zur Hand hat oder eben auf langsamere Bücher steht. Ich werde Susanne Kliem jetzt nicht für immer die kalte Schulter zeigen, doch war dieses Buch eher mau.

 

*Rezensionsexemplare

2 Comments

  • Good as Gone habe ich kürzlich erst gelesen und bin wie du recht zwiegespalten. Einerseits war die Story echt spannend, aber, wie du, wurde ich mit den Charakteren nicht ganz warm.
    The Girl before klingt sehr vielversprechend. Muss ich mir merken! 🙂

    • Liebe Carolin,

      ich finde es echt spannend, wie es manche Bücher schaffen einen zu packen und andere wiederum nicht 🙂
      The Girl before ist richtig klasse! Falls Du es liest, würde ich mich über ein Feedback sehr freuen!

      Allerliebst
      Sylvi

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