MoToBe: Genervt von anderen Kommentaren, vom rebellischen Teenager in einem selbst & den anderen blöden Dingen…

Ich bin genervt. Und das tierisch. Von der Schwangerschaft. Also, nein, nicht wirklich von der Schwangerschaft als solches. Die genieße ich ehrlich gesagt momentan sehr und je dicker der Bauch wird, desto stolzer schwillt auch die Brust an. Die Blicke Anderer auf meinen Bauch sind nicht mehr ganz befremdlich, sondern erfreuen mich, denn nun ist ganz klar sichtbar, dass ich nicht nur zu viel gefuttert habe, sondern dass es noch einen anderen Grund hat. Einen tollen Grund – ein Baby, das in mir heranwächst. Gut, es ist schon auffällig, dass mit meinem Bauch teilweise mehr gesprochen wird und jede anfängliche Begrüßung nicht mit Blick-, sondern mit Bauchkontakt beginnt und man dann erst im zweiten oder dritten Anlauf selbst angesprochen oder gar wahrgenommen wird. Daran habe ich mich aber mittlerweile gewöhnt und stehe dem nur noch selten argwöhnisch gegenüber. Aber ich bin davon genervt, welche Einschränkungen die Schwangerschaft momentan mit sich bringt, ich bin genervt von den Kommentaren, die ich mir immer wieder anhören muss, sie aber nicht mehr hören will, wenngleich sie auch lieb gemeint sind und ich bin genervt von mir selbst, weil es mir so unfassbar schwerfällt, mich zurückzunhemen.

Mittlerweile sollte nun wirklich jeder, der hier regelmäßig mitliest, erfahren haben, dass wir gerade mitten im Umzug stecken. Ein Umzug bedeutet nicht nur viel Geld, viel Organisation und viel Stress, sowohl körperlich als auch nervlich, er bedeutet auch ganz klar harte körperliche Arbeit. Jeder, der mich kennt, weiß wie stinkend faul ich sein kann. Allerdings gibt es da immer den Unterschied zwischen Ich will nicht helfen, weil ich faul bin und ich kann nicht helfen, weil es mir momentan nicht möglich ist. Dass man als Hochschwangere nicht gerade schwere Sachen heben und von einer Etage in die andere tragen darf, weiß sicherlich jedes Kind. Und eigentlich kommt mir das ganze ja auch zugute, denn, wie ich gerade erwähnte, bin ich nicht gerade das, was man ein Arbeitstier nennt, jedenfalls nicht, wenn es um eiskalte körperliche Arbeit geht.

Zum Umzug möchte ich jedoch auch etwas beitragen, ich möchte meine Dinge ebenfalls erledigt bekommen und das am besten in dem Rahmen, dem Tempo und auf die Art und Weise, wie ich es möchte und nicht, wie es mir erlaubt ist. Ich weiß, der Gedanke ist eigentlich dämlich, weil mir schon klar ist, dass es dem Baby nicht zuträglich wäre und auch mir nicht, wenn ich mich überanstrenge. Mich aber jedes Mal selbst zurückzuhalten, mir zu sagen, dass der Karton jetzt so lange da stehen bleibt bis jemand kommt, der ihn heben darf, fünf Mal statt einmal zum Karton zu laufen, um ihn zu entpacken, damit man nicht zu schwer hebt und all die lieben Helfer, die Blut und Schweiß für einen schwitzen an einem vorbeiziehen zu sehen ist für mich wirklich endlos ätzend. Ich hätte selbst nie gedacht, dass mir das so schwer fallen würde, da ich eigentlich der Annahme war, dass der Umzug für mich völlig chillymilly wird, da ich eben nicht anpacken darf. Aber Pustekuchen, denn genau dieses ‘Du darfst nicht mit anpacken‘ macht mich schier wahnsinnig und verursacht mehr Stress als würde ich tatsächlich so richtig helfen.

Und was noch erschwerend hinzukommt? All die bemutternden Kommentare a la ‘Lass das bitte sein‘, ‘Du tust Deinem Baby nichts Gutes‘, ‘Mach jetzt endlich eine Pause‘ etc. – ich könnte schreien, wenn ich sie höre. Natürlich sind diese Sätze liebevoll gemeint und keiner will mir etwas befehlen, sondern nur darauf aufmerksam machen, dass man vielleicht gar nicht gemerkt hat, wie viel man da gerade tut und dennoch kribbelt es in meinem Kopf und meiner Brust. Der rebellische Teeanger, dem niemand etwas zu sagen hat und immer genau das Gegenteil tut, was man von ihm erwartet – einfach aus Prinzip – kommt aus den Tiefen der Vergessenheit hervor und scharrt mit den Füßen. Gott im Himmel, wie sehr man sich selbst auf die Nüsschen gehen kann, wenn man versucht so einen animalischen Trieb wie Trotz hinunterzuschlucken und einfach mal auf das zu hören, was andere sagen. Es sind die kleinen Dinge, wie ich finde, die ganz besonders nerven ^^.

In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute bei Euch, gehe dann weiter meine Kartons packen – im Schneckentempo und mit der Hilfe eines wirbelnden Babyboys, der es momentan wohl äußerst amüsant findet, eine Art Stepptanz auf meiner linken Seit ezu vollführen – Scherzkeks durch und durch.

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