MomLife: Die Kliniktasche – Was gehört rein und was brauchte ich wirklich?

Gerade, wenn man sich das erste Mal auf eine Geburt vorbereitet, ist man heillos überfordert – so ging es mir jedenfalls. Was nehme ich mit, was benötigt es in jedem Falle, wie bereite ich mich auf die Krankenhaussituation vor und und und. Tausend Fragen schwirren einem im Kopf herum – einige kann man während der Geburtsplanung in seiner Klinik klären, andere Fragen beantwortet das Internet und mit manchen Dingen bleibt man in der Luft schweben bis man selbst soweit ist und seine eigenen Erfahrungen machen kann. Im heutigen Post geht es um die Kliniktasche. Um genauer zu sein, um das, was ich gepackt hatte, da das Internet und die Klinik mir dazu riet und um das, was ich am Ende wirklich benötigte, auf was ich verzichten konnte und was mir selbst fehlte.

Was sollte in die Kliniktasche?

Beginnen wir mal mit der klassischen Liste der Dinge, die man vermeintlich dabei haben sollte:

  • Geburtsurkunde – eigene und die des werdenden Vaters, sofern vorhanden
  • Mutterpass & Krankenversicherungskarte & Einweisungsschein & Geburtsplan
  • Kleidung für während der Geburt – am besten etwas gammliges, zumindest aber so geschaffen, dass sie später gekocht werden kann und vor allem auch gemütlich und weit ist
  • Dicke Socken
  • Weiches Toilettenpapier
  • Stilleinlagen und Wöchnerinnenvorlagen
  • Bademantel
  • Hausschuhe & Duschschlappen
  • Handtücher
  • Evtl. Bikinioberteil falls eine Wassergeburt gewünscht ist und man sich nicht ganz freizügig zeigen mag – ein alten Shirt geht ebenfalls
  • Snacks & Getränke (Müsliriegel, Wasser, Isodrinks und Co.)
  • Haargummi
  • Ablenkung/Unterhaltung – Bücher, Musik und dergleichen
  • Ladekabel
  • Kosmetikartikel – Duschgel, Shampoo, Zahnbürste, Haarbürste und Co.
  • Wechselkleidung für den Aufenthalt – am besten weite Sachen, die den entsprechenden Temperaturen angemessen sind

Ihr seht, es sind eine Menge Dinge aufgelistet und die Liste kann an sich noch um zig Punkte erweitert werden. Dinge für das Baby sollten wir erst zur Abholung mitbringen, da es vor Ort Kleidung genug gab, die das Krankenhaus für die Zeit des Aufenthaltes gestellt hat. Einzig ein Anzüglein hätte ich mitnehmen sollen, da unser Krankenhaus Fotos von den Babys kostenlos macht und ich nun eins in Krankenhauskluft statt seiner eigenen Kleidung habe – egal, sei es drum… Ebenfalls bei mir im Krankenhaus vorhanden und deshalb nicht mit in den Koffer gewandert, waren die Wöchnerinnenvorlagen und die Stilleinlagen sowie Stillhütchen.

Was benötigte ich wirklich in der Kliniktasche und was war für mich völlig unnütz.

Beginnen wir mal mit dem Toilettenpapier. Von vielen Seiten bekam ich gesagt, dass ich dringend mein eigenes Toilettenpapier mitbringen sollte, da das dünne Papier im Krankenhaus mehr als unangenehm wäre. Gesagt, getan, packte ich also entsprechende Rollen ein. Die waren allerdings (für mich) überhaupt nicht nötig. Das Papier vor Ort war zwar sehr dünnlagig, aber weich genug. Denn, was man nicht vergessen darf, ist die Tatsache, dass die meisten Frauen nach der Geburt eh nicht richtig auf Toilette können – die Verdauung spielt sich erst einige Tage später wieder ein und auch im vorderen Bereich tupft man ganz automatisch und wischt wochenlang nicht (natürlich auch abhängig von der Geburt etc.), gerade, wenn man genäht worden ist.

Ebenfalls für mich völlig unnötig, waren die dicken Socken. Einige Frauen scheinen auch bei der größten Anstrengung kalte Füße zu bekommen, so auch bei der Geburt selbst, was natürlich mehr als unangenehm ist und zudem die Wehen hemmen könnte. Bei mir war es allerdings so, dass ich meine dünnen Socken am liebsten ebenfalls noch ausgezogen hätte oder gar ganz nackend dort gelegen hätte. Mir war so unendlich heiß und ich kann es dann nicht haben, wenn ich noch dicke Socken trage. Dummerweise war ich weder in der Lage mir selbst die Socken auszuziehen, noch meinen Wunsch zu kommunizieren, da ich im völligen Schmerztunnel gefangen war.

Auch nicht gebraucht habe ich solche Dinge wie Bücher und Musik. Während der Geburt selbst hatte ich schlichtweg kein Interesse an irgendwelchem Input von Außen und auch die Tage danach im Krankenhaus hatte ich genug mit mir und dem Baby zu tun, als dass ich die Zeit oder Muße für so etwas gehabt hätte. Nachts wandelte ich wie ein Zombie zwischen Halbschlaf, Stillversuchen und deren Scheitern, ärztlichen Untersuchungen und Verzweiflung hin und her und tagsüber war ich ebenfalls völlig ko und hatte zum Glück Herrn T., der ab morgens immer kam und bis spät abends blieb.

Solltet ihr Handtücher vergessen, ist das natürlich kein Problem, da das Krankenhaus euch welche stellt. Ich selbst hatte meine vergessen und bekam auf Nachfrage frische Tücher. Nichtsdestotrotz hat man seine eigenen Sachen vermutlich doch lieber bei sich als bereits durch tausend Hände und Körper gegangene Wäsche.

Die Geburtsurkunde haben wir auch nicht benötigt. Ich weiß nicht, weshalb dies angegeben wurde, allerdings brauchten wir sie erst im Standesamt zur Anmeldung. Vielleicht ist das aber von Krankenhaus zu Krankenhaus, von Stadt zu Stadt oder Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Was hätte ich mir persönlich noch gewünscht?

Eigentlich gibt es da nicht viel, was ich gerne noch dabei gehabt hätte, da man bzw. ich in den drei Tagen meine Eitelkeit völlig ablegte und herumlief, wie der letzte Mensch auf Erden. Schon allein die Tatsache, dass ich nach der Geburt und der ersten Untersuchung (gut es war mitten in der Nacht und nach Stunden voller Wehen vermutlich verständlich) mit der Geburtskleidung samt sämtlicher Körperflüssigkeiten ins Bett gegangen bin und mich um Hygiene und Co. erst am folgenden Morgen scherte. Allerdings hätte ich gerne etwas geschmacklich Besonderes für während der Geburt dabei gehabt. So etwas wie einen Isodrink oder ein Zitronenwasser oder gar ein Trinkpäckchen wären da schon ausreichend gewesen. Doch dieses Gefühl von Belohnung oder Ablenkung im Mund war zu dem Zeitpunkt echt tierisch wichtig, konnte aber nicht erfüllt werden.

Am Ende muss natürlich jeder für sich entscheiden, was mit soll und was nicht und im schlechtesten Falle lernt man eben aus der ersten Geburt und dieser vorher nicht einzuschätzenden Situation und macht es vermutlich beim nächsten Kind anders. Und was für mich gilt, gilt selbstredend nicht für jede andere Frau da draußen. Doch von unterschiedlichen Erfahrungen zu lesen, so finde ich, hilft immer wieder dabei, seine eigene Vorstellung zu formen und auch aus den ‘Fehlern’ Anderer zu lernen…

 

Was fehlte euch in der Tasche oder was war völlig überflüssig?

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