MomLife: Die Sache mit dem Babysitter oder eine Ode an die Omas. [Werbung]

Ich selbst bin sehr früh Tante geworden. Stolze sechs Jahre war ich alt als meine erste Nichte das Licht der Welt erblickte. Naja, kein Wunder, wenn der Bruder sage und schreibe 20 Jahre älter ist. Im Nu war ich nicht mehr das Küken, aber das störte mich gar nicht, da ich die kleine Maus – die jetzt selbst schon erwachsen ist – von der ersten Sekunde an liebte und unheimlich gerne die Tante machte. Ich weiß noch genau, wie mich mein Bruder damals abholte, damit wir das Baby im Krankenhaus besuchen konnten. Ich zog mein schönsten Kleid an, kleidete die Babyborn in ihr Sonntagsgewand und war so nervös. SO nervös, dass ich die Püppi direkt mal in die Pfütze hab fallen lassen… Bald darauf kamen auch Kind Nr. 2 und Nr. 3 meines Bruders auf die Welt und ich wurde älter. Irgendwann so alt, dass ich  begann den Babysitter mimen zu dürfen und mal von dem Taschengeld, das ich zusätzlich bekam abgesehen, fand ich es klasse, auf meine drei Mäuse aufzupassen. Gemeinsam zu Abend essen, ein bisschen auf Gönner zu machen, wenn es zum Nachtisch noch was Süßes gab oder ein paar Minuten länger Fern geschaut werden durfte und das Zubett bringen. Wie habe ich das Zubett bringen genossen. In den Schlaf habe ich meine kleinen Schätze gekrault oder sie kuschelnd in meinem Bett zum Schlafen gebracht. Besonders die daraufhin zurückgewonnen Liebe war mehr Lohn als jedes Geld, das ich bekommen konnte. Morgens, wenn ich noch am schlafen war, kamen sie oft hinein geschlichen und rutschten mit unter meine Decke, um noch ein paar Minuten den Samstagmorgen zu genießen. Einmal hat mein kleiner Neffe mir ein Marmeladenbrot geschmiert, da war er gerade vier oder fünf, brachte es zu mir und stellte es neben das Bett. Ich gebe zu, ich habe es gehasst morgens geweckt zu werden und konnte bis in die Puppen schlafen, was bedeutete, dass ich immer so tat als schliefe ich noch. Als ich nicht reagierte, zog er mein Augenlid nach oben, um zu schauen, ob ich wirklich noch im Traumland zu finden war. Als auch daraufhin keine Reaktion zu erwarten war, gab er mir ein Küsschen auf die Stirn, streichelte meinen Kopf und schlich sich wieder heraus. Gott, war das zum Sterben herzerwärmend.

Große Schwester, kleine Schwester.

Aber auch auf meine Schwester habe ich schon mit sehr jungen Jahren aufgepasst, wenn meine Mutter einkaufen oder andere Termine wahrnehmen musste. Das war auch absolut kein Problem, obwohl sie ja eigentlich 13 Jahre älter ist und eine geistige Behinderung hat. Doch wir waren schon immer ein Herz und eine Seele, wenngleich wir uns auch manchmal wie Feuer und Wasser bekämpften, aber ganz ehrlich, das ist unter solch einer Geschwisterkonstellation gewiss nicht anders als unter ‘normalen’ Geschwistern. Ich fühlte mich immer wie die große Schwester, obgleich sich meine Schwester ebenfalls als solche fühlte,was vom Alter her dem ja auch entsprach. Sie war immer unheimlich stolz darauf, wenn wir etwas zusammen machten und sei es nur das Kochen oder Tanzen gewesen. Leider habe ich das erst viel zu spät verstanden und reagierte in vielerlei Situationen wie eine dumme Göre – hinterher weiß man eben immer mehr, wenn es einem jetzt auch etwas das Herz bricht. Das soll aber nicht das Thema sein. Jedenfalls war das Thema Babysitten zumindest innerhalb der Familie immer eine große Sache für mich gewesen und ich tat es voller Inbrunst und Freude. Für mich war es ganz normal und wurde auch zu einer Art Leidenschaft. Immerhin konnte ich so auch den Wunsch eines eigenen Babys ein bisschen ausleben ohne gleich selbst schwanger zu werden. Mitunter auch ein Grund, weshalb ich während des Studiums auf die Suche nach einem Babysitterjob außerhalb der Familie ging – immerhin hätten mir die Kinder meines Bruders mittlerweile einen Vogel gezeigt ^^. Ich fand erstaunlich schnell eine kleine, junge Familie, die auf Anhieb passte. Mit den Eltern verstand ich mich super und der kleine Mann war zum Stehlen. Liebe auf den ersten Blick war es bei mir und ich verbrachte so gerne Zeit mit ihm. Sog es förmlich in mich auf, wenn ich ihn beispielsweise vom Mittagsschlaf hoch nahm, er seine kleinen Ärmchen um mich schlang und mir in den Haaren spielte. Oder wenn ich ihn mit einer Haarsträhne sanft über seine Fußsohlen strich, während des Wickeln, damit er ruhiger wurde. Hach.

Ohne Oma geht’s nicht.

Nun bin ich ja tatsächlich selbst Mama und kann das Thema Babysitter aus einer ganz anderen Perspektive heraus betrachten. Und ich muss zugeben, ich weiß nicht, ob ich es schaffen würde, mein Kind einer zunächst mehr oder weniger fremden Person anzuvertrauen oder ihn schon bald in eine Tagesgruppe, zu einer Tagesmutter oder ähnlichem zu geben. Mir ist sehr wohl bewusst, dass es Familien gibt, da geht es selbstredend nicht anders, aber ich würde schier wahnsinnig werden. Wenn die beiden Omas hin und wieder auf den Wurzelzwerg aufpassen, da ich zum Arzt muss oder bei meiner Schwester bin, kribbelt es bereits in meinen Fingern. Ich weiß, dass die beiden ja schon Kinder groß gezogen haben und meinen kleinen Schatz über alles lieben und doch fühlt es sich irgendwie falsch an. So sehr ich mir manchmal auch eine Sekunde Babyfrei wünsche, so stark vermisse ich ihn von der ersten Sekunde an, wenn er nicht bei mir ist. Ich mache mir die ganze Zeit Sorgen, was ist, wenn er plötzlich schreit und ich nicht da bin. Wie die Omas dann das ganze handhaben, ob sie ihn so schaukeln, wie ich es tue und und und. Total dämlich, da ich hundertprozentig weiß, dass beide es hervorragend machen. Wenn ich mir jetzt aber vorstelle, dass mein Baby in der Obhut einer mir nicht derart vertrauten Person wäre, könnte ich das Haus bestimmt nicht verlassen. Würde überall Kameras installieren und nur auf den Bildschirm schauen ^^. Es ist schon Wahnsinn, wie viel Vertrauen meine Babysitterfamilie in mich gelegt haben muss! Umso dankbarer bin ich, dass ich die Chance habe, zwei so liebevolle und liebende Omas für den Kleinen zu haben. Die volle Unterstützung, die mir beide zuteil kommen lassen, ist einfach überwältigend und ich muss mir auch ehrlich eingestehen, ich würde das alles nicht so schaffen, gäbe es sie nicht. Sie sind da, wann immer wir sie brauchen und das ganz ohne Murren. Sie überhäufen unseren Däumling mit Liebe und gehen selbst in dieser Rolle vollends auf. Auch jetzt in diesem Moment ist meine Frau Mama mit ihrem Prinzchen unterwegs, damit ich arbeiten kann und ein wenig Ruhe habe. Diese Selbstverständlichkeit und Bedingungslosigkeit von meiner Mutter und Schwiegermutter ist durch und durch überwältigend! Sollten hier also Omas mitlesen, die sich genau so ins Zeug legen und für ihre Familie da sind: Wir sind euch unendlich dankbar, auch wenn es im Trubel manchmal nicht oft genug ausgesprochen wird. Ihr Omas schafft es, alles mit Leichtigkeit zu meistern und bringt Geborgenheit, Glück und Liebe! Hört niemals auf Omas zu sein!

Kleines Babyupdate:

Und hier kommt auch noch ein kleines Babyupdate, da mein kleines Baby immer schneller wächst und sich entwickelt. Mit fast vier Monaten ist unser kleiner Bär so unglaublich wissbegierig und möchte überall mit seiner Nase dabei sein. Deshalb gibt es auch kein Essen mehr, an dem er zumindest als Zuschauer fehlen darf. Dabei ist der Stokke TrippTrapp* mit Newborn-Einsatz genau richtig. Meine Frau Mama hat ihn am Anfang richtig gehatet und meinte, da gehört noch kein Baby rein. Tja, bis wir dann gemeinsam am Tisch saßen, den Kleinen im Blick hatten und er uns und man auch während der Mahlzeit mit ihm agieren kann. Mittlerweile versucht er aber sich ständig hochzuziehen und sich in eine aufrechte Position zu bringen. Liegen?! Pustekuchen! Der Kleine will schon sitzen, immerhin sieht man dabei ja auch viel mehr ^^. Es ist so abgefahren mit zu erleben, wie dringend er sich weiterentwickeln will und so fleißig lernt. Man mag gar nicht glauben, dass er vor 16 Wochen noch in meinem Bauch herumstrampelte. Die Zeit vergeht so schnell. Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen. Das Rollen beginnt er nun auch schon langsam und greifen kann er wie ein Großer. Wir sind gerade in der Phase, in der Decken, Tücher und Etiketten ganz besonders interessant und vor allem schmackhaft zu sein scheinen ^^. Na dann, wohl bekommts…

Was konnten Eure Mause schon mit knapp vier Monaten und ab wann saßen sie bei Euch mit am Tisch?

1 Comment

  • Ach ich lese so gerne deine Momlife Beiträge. Ich bin gerade schwanger und nächstes Jahr erwartet mich all die neuen, spannenden Dinge im Leben. Über den Tripp Trapp habe ich mich auch bereits informiert und muss mich nur noch für eine Farbe entscheiden, die Newborn Schale habe ich sogar schon gekauft – wie ich deinem Beitrag entnehme, eine gute Entscheidung 😉

    Liebe Grüße und alles Gute
    Jessi

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