MomLife: Wie bringe ich meinem Kind Nachhaltigkeit spielerisch bei? Der Nachhaltigkeitstag im Minto Mönchengladbach. [Werbung]

Nachhaltigkeit ist ein großes Wort, das uns immer häufiger vor Augen geführt wird. Viel zu lange waren wir alle nicht nachsichtig bzw. nachhaltig genug und haben unseren schönen Planeten ganz schön gestresst. Die einen mehr, die anderen weniger. Dass es nun jedoch aller höchste Zeit ist, seine Einstellung und sein Verhalten zu ändern, sollte nun auch der Letzte von uns mitbekommen haben. Dabei muss man nicht von Null auf Hundert sein Leben komplett umkrempeln und direkt ‘perfekt’ darin sein, doch schon die kleinen Dinge, die einem gar nicht weh tun, helfen dabei, unseren (noch) blauen Planeten wieder auf die Beine zu helfen. Wie man es auch schon den Kleinsten beibringen kann? Das zeigte das Minto Mönchengladbach am vergangenen Samstag, den 16.11.2019, am Nachhaltigkeitstag mit vielen tollen Mitmachaktionen und informativen Ständen.

Das Wissen, vieles noch wissen zu müssen. Nachhaltigkeit für Kinder im Minto leicht gemacht.

Ich weiß, ich weiß. Wir alle haben diesen leichten Schleier des Nicht-Wissen(- Wollens) in Bezug auf so viele Dinge im Leben. Es ist manchmal einfach bequemer, die Augen davor zu verschließen, was gewisse Entscheidungen und Handlungen für Konsequenzen haben. Manchmal für einen selbst, oft aber auch für viele andere Menschen. Möchte man in Saus und Braus leben, die neueste Modekollektion tragen und am besten viel, aber vor allem günstig konsumieren? Das sind alles Punkte, die ich hier und da völlig nachvollziehen kann und auch ich nehme mich da nicht außen vor. Auch ich verschließe noch immer viel zu häufig die Augen, hinterfrage nicht oft genug, sondern nehme Dinge als gegeben hin. Das möchte ich allerdings ändern und bin fleißig dabei, meine Denkweise und meine Lebensart zu verändern. Und natürlich möchte ich auch dem Babyboy von Anfang an beibringen, was Nachhaltigkeit bedeutet, wie man ein gutes und schönes Leben führen kann und gleichzeitig auf die Umwelt und die Mitmenschen Acht gibt, dass es die kleinen Dinge sind, die am Ende Großes bewirken und dass materieller Konsum nicht nur nicht immer glücklich macht, sondern auch schaden kann bzw. dass es Wege gibt, ihn in etwas gutes zu verwandeln.

#Plantnights – So viel Schönes steckt in Naturmaterialien.

Am Nachhaltigkeitstag im Minto Mönchengladbach war genau das auch das Ziel der vielen Aussteller und Workshopleiter. Wer mir auf Instagram folgt, der konnte in den Stories einen schönen Einblick erhaschen und findet alles auch noch einmal in den Highlights. Das Schöne am Nachhaltigkeitstag im Minto war die Sensibilisierung der Kinder. Selbstredend konnten auch die Großen aktiv werden, doch sollten vor allem die Jüngsten schon früh verstehen, was beispielsweise unsere schmerzhafte Liebe zu Fastfashion bedeutet, wie man aus ungeliebten oder abgenutzten Dingen wieder etwas Wunderschönes produzieren oder wie man aus Naturprodukten mit nur wenigen Handgriffen die tollste Deko selber herstellen kann. Mein persönliches Highlight war dabei das Kränzebinden im Workshop von #plantnights. Ich bin zwar nicht sehr fähig, habe aber immer wieder die größte Freude daran, in DIY-Aktionen mit Blumen und Co. tolle Accessoires aus Naturprodukten zu schaffen. In zwei Sessions konnte jeder, der wollte und sich schnell genug einen Platz sichern konnte, einen solchen Kranz zaubern. Der Babyboy war zwar zu dem Zeitpunkt todmüde, wollte es sich aber vor seinem Schläfchen nicht nehmen lassen, Draht, Blumen und Arbeitsmaterial genauer unter die Lupe zu nehmen. Wenngleich ich ehrlicherweise froh war, als er kurz darauf einschlief und ich in völliger Konzentration dieses Kunstwerk werkeln konnte ^^. Nun hängt der Kranz aus Eukalyptus, Disteln, Hortensien und Hagebutten in seinem Kinderzimmer an der Wand und versprüht einen sanften Duft von Natur. Ich liebe es!

Was wissen wir über unser Gemüse? Mit dem Rheinischer-Landwirtschafts-Verband auf der Spur vieler Fragen und Möglichkeiten.

Aber auch für meinen kleinen Mäusemann gab es einiges zu staunen. Am Stand des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes gab es nicht nur die Möglichkeit, Gemüse in geheimen Boxen zu erfühlen, sondern auch verschiedene Kräuter mit allen Sinnen zu erfahren und zu erleben, wobei ich mir nicht so sicher bin, ob Babyboys Blick nach dem Schnuppern an Minze freudig oder abschreckend war ^^. Das Kartoffelstempeln – herrje, hatte ich das schon lange nicht mehr gemacht – löste aber die purste Freude in ihm aus und ließ ihn schon jetzt staunen, dass man Kartoffeln nicht nur essen, sondern auch damit malen kann. In Sachen Lebensmitteln kann man unheimlich leicht auf Nachhaltigkeit achten und ich selbst tue dies vermehrt seit der Geburt des Babyboys. Woher kommen meine Lebensmittel? Ist das Fleisch für 1,00€/kg wirklich das, was ich mir und meinem Planeten zumuten muss? Muss ich überhaupt so viel Fleisch konsumieren oder reicht es auch, wenn ich mich dahingehend etwas einschränke, dafür aber beim Metzger kaufe? Natürlich ist mir bewusst, dass die Kühe nicht zu Tode gekitzelt worden sind und dennoch macht es einen Unterschied, ob sie in Massentierhaltungen ‘groß’ wurden oder ein ansprechenderes Leben hatten. Muss ich unbedingt Erdbeeren im Winter essen oder kann ich nicht einfach auf das Saisonobst und -gemüse ausweichen? Ja, immer halte ich mich auch nicht daran, immerhin wachsen die Bananen, Mandarinen und Co. auch nicht bei uns, aber dennoch greife ich im Herbst und Winter auf Obst und Gemüse aus Deutschland und, wenn möglich, sogar aus meiner Region zurück. Besonders Kohl und Äpfel werden bei uns auf den Tisch kommen – in den unterschiedlichsten Zubereitungsarten und Geschmäckern.

Honig von den Dächern der Welt  des Minto.

Wusstet ihr, dass Minto seinen eigenen Honig hat? Und wusstet ihr zudem, dass die Bienen, die diesen Honig produzieren, direkt auf dem Dach des Minto leben und man sie vom Parkdeck 6 aus sehen kann? Tjaaa, ich wusste das vorher noch nicht und war ganz schön erstaunt. Zwei Imker haben ihre Völker auf dem Dach, lassen sie von Hühnergöttern beschützen und bekommen zwei völlig unterschiedliche Produkte am Ende heraus. Es ist schon faszinierend, wenn man bedenkt, dass die Umstände als solches bei beiden Völkern ja nahe zu identisch sind und am Ende des Tages eben doch ein völlig anderes Endprodukt entsteht – Natur eben. Sie ist voller Geheimnisse, Geschichten und schlichtweg so vielfältig wie das Leben selbst.

Ein Zuhause für Insekten. Mit dem NABU-Verein kleine Insektenhotels bauen.

Wer sich bei NABU nicht nur die Vielzahl an Apfelsorten anschauen und leckeren Apfelsaft probieren wollte, der konnte auch tatkräftig werkeln und kleine Insektenhotels in Eigenregie bauen. Unser kleiner Mäusemann war dafür natürlich noch zu klein, wenngleich er sicherlich große Freude daran gehabt hätte, mit der Bohrmaschine Unfug zu  treiben, aber wir sahen einige erfreute und hell leuchtende Kinderaugen als sie nach und nach Löcher in dicke Baumstämme bohren durften und somit neue Versteckmöglichkeiten für Insekten schufen.

Upcycling und Tauschen.

Wir kennen das Alle – Irgendwann besitzt man diese Dinge, die man vielleicht einst liebte, aber nun leider doch zerschlissen sind oder Dinge, die man geschenkt bekam und einfach niemals gebraucht hat? Genau um solche Sachen ging es an zwei Ständen am Nachhaltigkeitstag im Minto. Zum Einen waren da Manonellamano mit einem Stand und zeigten, wie aus Kleiderspenden, die nichts mehr taugen, neue Lieblingsstücke, wie Kissen, Fanprodukte oder Schmuck entstehen kann oder gar eure Lieblingsjeans zu einem neuen Herzartikel wird. Und zum anderen hatte man die Gelegenheit neuwertige Produkte, die man eben nicht mehr haben mag, gegen andere einzutauschen. Eine kleine, aber feine Tauschbörse fand nämlich statt und bot allen Suchenden, Findenden und Neugierigen die Möglichkeit eine neue Liebe zu finden oder eine alte loszuwerden.

Kinder sind so viel offener für neue Sachen und dermaßen lernfähig, dass es für uns als Eltern ein Leichtes ist, sie dahingehend zu sensibilisieren und ihnen schon früh zu zeigen, wie man mit kleinen Taten, schon große Veränderungen erzielen kann. Nur wir ‘Großen’ müssen uns noch manches Mal überwinden. Wir müssen teilweise erst selbst (wieder) lernen achtsamer mit unseren Ressourcen und unserer Umwelt umzugehen. Begreifen, welche Handlungen, welche Folgen nach sich ziehen und sich aus der Bequemlichkeit herauswinden, um neue Wege zu gehen. Wir alle sollten unseren Kindern beibringen, dass wir nicht ständig konsumieren müssen. Dass man aus Altem auch wundervoll Neues machen kann und das mit seinen eigenen Händen. Dass man durch Achtgeben auf andere Lebewesen und durch das Unterstützung dieser so viel Raum für Leben schaffen kann und dass man eben nicht alles sofort und um jeden Preis besitzen oder essen muss, sondern schon mit dem auskommt, was einem zum entsprechenden Zeitpunkt zur Verfügung steht.

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