[MomLife]: KiTa-Start und Eingewöhnung. Unser Start in einen neuen Lebensabschnitt und 5 Tipps für eine bessere Eingewöhnung.

Da war er nun, der Tag des ersten Kindergartentages. Der kleine Große sollte nun einen neuen Schritt in die eigene Selbstständigkeit gehen. Mit 3 Jahren waren wir verhältnismäßig spät dran und doch war es für uns genau das Richtige, erst nach seinem dritten Geburtstag zu starten. Wir hatten den Luxus, dass ich von Zuhause aus arbeite und die Omas ebenfalls oft einspringen konnten. Doch, die Erfahrung eines Kindergartens sollte der Große schon mitnehmen.

Photo by Alina Hager

Der Beginn war auch prima. Natürlich war es für mich innerlich nicht leicht, den Erstgeborenen nun in die Obhut Fremder zu geben und ihn nicht den ganzen Tag um mich zu haben. Aber ich wusste auch, dass es ihm und mir gut tun würde, diese neue Erfahrung machen zu dürfen. Und er freute sich so. Er war sooo stolz nun endlich ein Kindergartenjunge zu sein. Ständig erzählte er allen: Ich bin schon 3 und ein Kindergartenjunge. Mit geschwollener Brust stand er dabei kerzengerade und einem ganz besonderen Strahlen im Gesicht.

Dummerweise waren wir in der ersten Woche schon krank. Danke an dieser Stelle an die Kita-Seuchen-Viren. Sodass es eben schon zu Anfang Schwierigkeiten gab, weil wir eben fast eine Woche ausfielen. Doch eigentlich lief alles gut. Er war stolz wie Bolle, freute sich morgens immer und ließ mich ganz freiweillig und recht schnell Abstand nehmen. Erst nur am Rande, dann in einem anderen Raum und dann sogar komplett weg. Mit einem Küsschen. Ohne Tränen. Ich war so froh, dass es so problemlos lief. Doch dann, an einem Montag fiel es ihm schwer, dass ich gehe. Er weinte und hielt mich fest. Eine der Erzieherinnen meinte dann zu mir, sie versuche jetzt mal etwas und packte ihn am Handgelenk, während ich das Gebäude verlassen sollte. Er warf sich auf den Boden, weinte und schrie und ich war so perplex, dass ich ging. Ich ging mit einem schrecklichen Gefühl. So sollte es auf keinen Fall ablaufen! Es fühlte sich falsch an. Allerdings fragte ich Freunde, Bekannte und meine tolle Community, ob es so abläuft. Ob ich quasi das Problem bin oder ob es wirklich falsch von ihr war. Die Antworten waren eindeutig: Das Festhalten und Packen am Arm waren nicht okay. Dass Tränen vorkommen, war mir klar und damit kann ich auch leben, wenngleich ich es natürlich viel schöner ohne fände. Doch dieses übergriffige am Armhalten, diese Form von Gewalt und Unterdrückung waren nicht okay. Ich entschloss mich also bei der Abholung das Gespräch zu suchen. Es fiel mir so schwer, da ich ein Mensch bin, der Konfrontationen von Natur aus lieber aus dem Weg geht. Doch nun musste ich für mein Kind einstehen. Denn, wenn nicht ich, wer tut es sonst?

Ich traf zunächst ihre Kollegin, die sofort meinte, es liefe danach alles wunderbar. Ich erklärte ihr, dass ich das so nicht haben wollte. Dass diese Form der Gewalt inakzeptabel wäre und ich das nicht mehr möchte. Sie berichtete es ihrer Kollegin, während ich mit dem Großen seine Sachen holen ging, woraufhin die besagte Kollegin dann noch einmal aktiv mit mir das Gespräch suchte, was ich selbst aber auch noch einmal aufgegriffen hätte. Sie sagte mir, sie sei absolut betroffen und hatte keineswegs die Absicht solche Gefühle in mir und/oder dem Kind hervorzurufen und sagte zudem, es sei ihr sehr wichtig als Erzieherin sich selbst immer wieder zu reflektieren. An sich ja eine angemesse Reaktion, doch muss ich auch gestehen, dass ich den Worten von Betreuungspersonal nicht wirklich Gewicht gebe, da ich bei meiner Schwester schon so viel Mist erlebt habe.
Wir kamen am Ende überein, dass ein Festhalten am Arm einfach keine Option ist.

Neuer Tag, neues Glück, so hoffte ich. Der nächste Tag war allerdings sehr problematisch. Der Große war super panisch und schrie als ich mich zurückziehen wollte. Das Ende vom Lied: Ich nahm ihn wieder mit nach Hause. Dort erzählte er dann auch seinem kleinen Bruder, dass er Angst habe, dass C. ihm wieder am Arm weh tun würde. Puh, was für ein Gefühlschaos. Sollte ich ihn dennoch dorthin geben und das Vertrauen neu aufbauen lassen oder gar ganz rausnehmen? Ich war total irritiert, denn ich wollte ja sowohl dem Bedürfnis meines Kindes nach gewaltloser und glücklicher Kindergartenzeit nachkommen, aber auch seine Gefühle nach dem Vorfall nicht klein reden.

Wir versuchten es am darauffolgenden Tag dann langsamer. C. nahm sich zurück und ich blieb erst einmal. Es dauerte recht lang bis sich der Große von mir körperlich löste und die Annäherungsversuche mit Lego Duplo von der Erzieherin annahm. Aber ich durfte mich nicht weit von ihm entfernen, er wollte mich im Blick haben. Unser ‘Glück’: Ein anderes Kind, das Eingewöhnung hatte, schrie und weinte ganz doll nach seiner Mama, weshalb ich ihm vorschlug, in die Umkleide zu gehen, damit das Mädchen nicht traurig ist, weil seine Mama da war, aber die des Mädchens eben nicht. Das empfand er als eine gute Idee und ließ mich in einen anderen Raum gehen.
Auch der nächste Tage wurde besser. Er löste sich sehr viel schneller von mir, spielte aktiv und ich durfte zwei Stunden woanders sitzen. Er kam zwar immer wieder vorbei, um zu sehen, ob ich auch wirklich nicht wegging, aber es war ok. Und das war auch für mich ok. Er sollte die Zeit haben, die er brauchte und wir sind eben in der glücklichen Position, dass ich mir die Zeit nehmen kann.
Es gab daraufhin ein erneutes Gespräch, da sich alle Beteiligten den Fall nochmal ansahen. Wir sprachen ausführlich und kamen dann überein, dass ich mich vom Großen verabschiede und dann gehe. Kurz und schmerzlos, zwar liebevoll, aber endgültig. Die eine Erzieherin würde ihn in einer Art Umarmung um den Bauch/Brustkorb ‘Festhalten’ und die andere würde mit ihm in Kontakt treten. Beim ersten Trennen klappte es nicht ganz, da er keinen Körperkontakt wollte, aber es wurde von der Erzieherin akzeptiert, sodass er für sich erst einmal weinen durfte ohne körperliche Nähe, aber er wusste, dass jemand bei ihm ist. Er war also mit dem Leid, das er in diesem Moment empfand nicht allein und hatte dennoch seinen Abstand. Als er sich dann beruhigte, so sagte man mir, konnte man auch wieder in Kontakt treten und mit ihm sprechen, er setzte sich wieder zum Frühstück hin und als ich ihn abholte, lief er mir freudig entgegen. Das war an einem Freitag.

Der Montag war ein klein wenig schwieriger wieder, weil so ein ganzes Wochenende mit Mama und Papa natürlich eine Trennung wieder etwas verkompliziert. Aber es funktionierte. Dienstags wurde er schon schneller beruhigt. Mittwoch gab es nur noch ein Jammern und kein Weinen mehr. Am Donnerstag kam zwar die Bitte, dass ich bleibe, aber ich konnte gehen. Und Freitag, ja, Freitag gab es ein Küsschen und ein stolzes Strahlen. Als dann vor ein paar Tagen der Anruf kam, er würde gerne länger bleiben und schon mitessen, war ich durch und durch happy. Eingewöhnung completed würde ich mal sagen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich hätte niemals gedacht, dass dieser Tag kommen würde, nachdem es so holprig anfing. Ich bin unendlich erleichtert und glücklich, dass er aus freien Stücken von sich aus dort bleiben möchte. Und das Beste? Er findet C. tatsächlich am allercollsten und war tottraurig als ich einige Tage wegen Krankheit nicht da war. Kind glücklich. Mama glücklich. Eingewöhnung überstanden.

Das einzige Manko bzw. die zwei einzigen Nachteile an der ganzen Sache? Zum einen diese unerträglichen Kindergartenseuchen, die mich in den Wahnsinn treiben und dass ich Zeit mit dem Großen verliere und ihn in manchen Situationen einfach nicht erleben kann und darf. Das fällt schon noch ziemlich schwer. Die Angst tolle Momente zu verpassen!

Weil ich am eigenen Leibe erfahren habe, wie schwer eine Eingewöhnung sein kann, habe ich bzw. eine tolle Frau aus meiner Community 5 Tipps für einen tollen Start in die Kindergartenzeit gegeben. Ich bekam nämlich so viel tolle Unterstützung von so vielen großartigen Pädagoginnen und Mamas, dass ich es ohne diesen Rückhalt vielleicht gar nicht geschafft hätte. Tausend Dank für all Eure Hilfen!! Und ganz wichtig: Alle Gefühle dürfen gefühlt werden! Die guten und die schlechten. Es ist nämlich für beide Seiten schwer plötzlich getrennt zu sein und Vertrauen in andere Personen zu legen. Hört auf euer Bauchgefühl und vermittelt euch und dem Kind, dass ihr es gemeinsam schaffen und zu einer tollen Zeit machen könnt.

5 Tipps für eine ‘leichtere’ Eingwöhnung aus Sicht einer Tagesmutter.

Ich bin Dani, glücklich verheiratete Mama zweier toller Söhne (16 und 19) und seit 18 Jahren als Tagesmutter tätig. Vor 4 Jahren habe ich mich getraut, meinen Traum, als selbständige Kinder – und Familien-Fotografin zu arbeiten, wahrwerden zu lassen, und freue mich so sehr, zwei Berufe ausüben zu dürfen, die mich absolut erfüllen.

1. Vertraut euch

Die Eingewöhnung ist nicht nur für euer Kind, auch ihr müsst lernen, dass ein neuer Abschnitt beginnt. Genauso wie für die Kleinen ist es für manche Eltern leicht, sich auf diese neue Situation einzulassen,  Anderen wiederum fällt es schwer, das Kind in fremde Hände zu geben.
Eure Kinder spiegeln euch, seid euch dessen bewusst. Habt ihr ein gutes Bauchgefühl, und steht ihr hinter der Entscheidung, dass die Kita oder Tagesmutter, die ihr gewählt habt, die Richtige ist, vermittelt ihr dies auch eurem Kind.
Das ist die absolute Basis!
Zweifelt oder hadert ihr mit der Situation, weil euer Schatz doch noch so klein ist und ihr eigentlich lieber noch ein Jahr gewartet hättet, ist es nicht nur für euch, sondern auch für euer Kind schwer.
Entscheidet deshalb im Vorfeld, ob es an der Zeit ist, in die Kita zu gehen, und ob diese auch die Richtige ist, und steht dann dahinter. Immer. Auch wenn es vielleicht mal nicht so gut läuft.

2. Vertraut eurem Kind

In den ersten Tagen der Eingewöhnung habt ihr nicht nur die Möglichkeit, am Gruppengeschehen teilzunehmen und die Erzieherinnen /Tagesmutter kennenzulernen, sondern auch, euer Kind in der neuen Situation zu beobachten.
Vielleicht möchte es erst einmal, sicher auf eurem Schoß sitzend, das neue Umfeld wahrnehmen, die anderen Kinder beobachten. Das ist ok! Schließlich ist es eine völlig neue Erfahrung, plötzlich von so vielen kleinen Menschen umgeben zu sein.
Vielleicht kann es sich aber auch schon nach fünf Minuten von euch lösen und entdeckt etwas Spannendes. Egal, wie euer Kind sich entscheidet, ermutigt es, zeigt ihm, dass es ok ist, und ihr da seid.
Euer Kind wird euch zeigen, wieviel Zeit es braucht, sich von euch zu lösen. Vertraut darauf!

3. Vertraut dem Fachpersonal

Um eine gute Erziehungspartnerschaft aufzubauen, ist es wichtig, dem Fachpersonal im Vorfeld von euren Gefühlen und Gedanken, die ihr habt, wenn ihr die Eingewöhnung startet, erzählt. Werdet euch klar darüber, was euch Sorgen bereitet, was vielleicht für euch, und somit auch für euer Kind, schwierig werden könnte, und sprecht es offen an. Genauso könnt ihr auch über Eigenschaften, Interessen und zb. Lieblingsbeschäftigung eures Kindes berichten. So kann das Fachpersonal euch besser einschätzen, und auf die Bedürfnisse eures Kindes eingehen.
Seid euch sicher, dass sie wissen, was sie tun, sie haben Erfahrung und wissen genau, worauf sie achten müssen, und wieviel einem Kind zugemutet werden kann. Sie haben im Blick, ob das Kind noch ein bisschen bleiben kann, oder ob es besser ist, nach einer Stunde schönem intensiven Spielen müde, aber glücklich nach Hause zu gehen, und morgen genau mit diesem positiven Gefühl wieder zu kommen.

4. Zeigt Interesse

Vermittelt eurem Kind, wie toll ihr es findet, dass es schon eine Zeit lang ganz toll in der Einrichtung gespielt hat. Erzählt, vielleicht bei einem gemeinsamen Spaziergang oder kuschelnd auf dem Sofa vom Vormittag, fragt nach, was es erlebt hat, was ihm besonders gut gefallen hat. Hebt die positiven Erlebnisse hervor, und erzählt am nächsten Tag beim Bringen genau von diesen schönen Momenten. So kann sich der Zwerg gut auf den neuen Tag vorbereiten und freuen.

5. Habt Verständnis

Seid euch bewusst, dass es nicht immer klappt, und es auch Tage geben wird, an dem euer Kind nicht in die Betreuung gehen möchte, vielleicht weint, und euch bittet, zu Hause bleiben zu dürfen.
Aber geht es uns nicht auch manchmal so? Oder habt ihr nie einen schlechten Tag, keine Lust auf die Dinge, die der Tag mit sich bringt? Eben, und so geht es den Kindern auch manchmal. Aber wenn euer Schatz nicht grade krank ist, wird er nach ein paar Minuten in der Kita auch vergessen haben, dass der Start vielleicht nicht ganz so toll war, und einen schönen Tag im Kindergarten/bei der Tagesmutter haben.
Und ganz bestimmt kommt irgendwann der Tag, an dem ihr Mittags beim Abholen den Satz hört “Mama, ich möchte lieber noch ein bisschen hier bleiben”

 

Wie lief eure Eingewöhnung ab? Habt ihr Tipps für MaPas, die noch kurz davor stehen?

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