Rezension&GiveAway: Scheiß auf die anderen.

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Es ist Montagabend. Ich sitze vor dem Bildschirm und klicke mich durch die neusten Facebook-Einträge meiner Freunde, Bekannten und Personen, die ich schon gar nicht mehr kenne. Dringend aussortieren und die ‘Freundes’liste einmal aktualisieren ist mein erster Gedanke. Ich scrolle weiter und siehe da – der Nächste aus meinem Umkreis kündigt seine Verlobung an. Eine von vielen in letzter Zeit und neben all den noch dazukommenden Schwangerschaften, die gerade wie Pilze aus dem Boden sprießen, ein wahrer Schlag ins Gesicht. Alle werden erwachsen.
Es ist soweit, ich bin nun in dem Alter, in dem alle mehr oder weniger eine Familie gründen, heiraten, erfolgreich im Job sind und das Leben in all seinen Varianten genießen und erleben. Alle. Alle bis auf mich. So kommt es mir zumindest vor. Irgendwie werde ich innerlich pampig und verfluche meinen Männe schon wieder aufs tiefste. Denn er kommt nicht auf die Idee einen Ring zu kaufen oder gar sich einen Gedanken diesbezüglich zu machen. Gut, er wird beinahe täglich durch meine Nörgeleien daran erinnert. Dennoch.
Der einzige Trost, der mir bleibt? Das Treffen mit meinen Mädels wenige Stunden zuvor, an dem wir mal wieder festgestellt haben, dass es uns gleich (er)geht – der berufliche Erfolg bleibt momentan aus, da wir uns noch in der Ausbildung jeglicher Art befinden (Studium, Referendariat etc.); Hochzeit, Kinder und Co. sind so weit in der Ferne, dass man sich quasi bei der NASA melden müsste, um sie für einen kurzen Moment zu erhaschen.
Gut, einige werden jetzt sicherlich sagen: so what? Als ob das Leben davon abhängt.
Das nun gewiss nicht, wenn man aber einen gewissen Plan für’s Leben hat und sei es nur ein Gefühl von Zufriedenheit, das man gerne endlich einmal erleben will, während es alle anderen wohl scheinbar schaffen, kann einen das schon unfassbar fertig machen, wenngleich man es natürlich überlebt.
Eine weitere Beruhigung, die ich für mich entdeckt habe ist das Buch von Rebecca Niazi-Shahabi Scheiß auf die anderen. Sich nicht verbiegen lassen und mehr vom Leben haben.*
Die Autorin schreibt mir nämlich von der ersten bis zur letzten Seite voll und ganz aus der Seele. Mag ich normalerweise solche Bücher über Selbst(ab)findung nicht immer, sprach sie mich sofort an. Mit viel Ehrlichkeit, Witz und Charme berichtet sie genau darüber, was meine Mädels und ich uns beinahe täglich denken: Irgendwie sind alle immer viel glücklicher als man selbst und erreichen genau das, was man für sich gerne erreicht haben wollte, es aber partout nicht schaffen will.
Doch damit soll Schluss sein, nicht nur bei mir, sondern auch im Buch, ganz nach dem Motto eben: Scheiß auf die anderen.
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Denn schon vor einer Weile habe ich mir bewusst gemacht, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns vielleicht vermeintlich grüner ausschaut, es aber bei weitem nicht ist. Ganz im Gegenteil sogar, denn betrachtet man seinen eigenen Rasen (sorry für die nicht aufzuhören wollende Metapher) ist er mindestens genauso grün, wenn nicht sogar noch grüner.

Kurze Anekdote aus meinem Leben ^^. Ich war mit Freundinnen und Bekannten auf einer Geburtstagsfeier, die, na sagen wir mal, doch eher zum Einschlafen, denn zum Ausrasten war. Wir alle waren früher oder später recht genervt und machten uns nach einer höflichen Weile wieder auf den Weg.
Am nächsten Morgen entdeckte ich dann bei Facebook einige Fotos des Abends, die eine Bekannte geschossen hatte und siehe da, man hatte den Eindruck als wäre es der BESTE ABEND EVER gewesen und dass man sich vor Spaß kaum auf den Beinen hatte halten können. Seit diesem Geburtstag gebe ich nicht mehr viel auf Beiträge in SocialMedia Netzwerken oder sagen wir mal so: ich schaue sie mir nicht mehr neiderfüllt an und bedauere meinen doch wirklich ziemlich gemütlichen Abend auf der Couch, während die anderen Highlife hatten. Denn, wer weiß schon, ob nicht zwei Sekunden vor dem einen Foto gerade noch alle die Hand vor lauter Gähnen vor die Münder hielten.
Aber kommen wir wieder zum Buch. Nicht verbiegen lassen, seine eigenen Ziele setzen, die realistisch sind und nicht von irgendwem total absurd gesetzt wurden, nur um dann andere scheitern zu sehen. Nicht unbedingt immer auf Ratschläge anderer hören und vor allem sich nicht mit anderen vergleichen. Jeder, der sein Leben nach seinem eigenen Gefallen gestaltet, ganz gleich wie das ausschaut, ist doch am Ende besser dran, als jemand, der immer nach unerreichbaren Ziele eifert und nur Enttäuschungen ausgesetzt ist.
Ich kann euch das herrlich ehrliche Buch mit dem goldigen Cover nur ans Herz legen. Es ist authentisch, zeigt auch mal, dass das Leben einem die volle Breitseite geben kann, bleibt am Ende dann aber doch optimistisch und zufrieden.
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Ihr habt jetzt Lust bekommen, das Buch zu lesen? Klasse, denn zwei von Euch haben die Chance ein Exemplar zu gewinnen!

Wie ihr teilnehmen könnt? Ganz einfach:
  • Seid Leser meines Blogs auf unterschiedlichste Weise
  • Habt euren Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz
  • Sagt mir, wie ihr euch davor ‘schützt’ Unzufriedenheit zu verspüren
  • Nehmt mit einer Kontaktmöglichkeit bis zum 25.10.2015 um 18:00Uhr teil.
  • Habt Spaß an der Sache.

Jetzt wünsche ich allen viel Spaß und viel Glück!

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15 Comments

  • Hallo meine Liebe zehschwester!
    Das klagen bringt mir nichts… Bin jetzt neun volle Wochen in der Klinik und vermisse vor allem meinen hund! Aber ich weiß das ich Ende Januar Februar wieder nach Hause komme! Ich würde sehr gerne noch mein Glück versuchen! Vielen lieben dank! Ich wünsche dir ein schönes Wochenende❤ gvlg Tine
    Mia he Sahnebomber at Yahoo Punkt de

  • Hallo,
    ich versuche mich nicht (zu viel) mit anderen und deren Erfolgen zu vergleichen. Außerdem versuche ich zu akzeptieren, dass ich mein eigenes Tempo habe bzw brauche in gewissen Dinge und meinen Weg gehe(n werde).
    Unzufriedenheit kann ja auch durchaus als Chance wahrgenommen werden – es ist nicht (immer) leicht, aber das hat ja auch keiner gesagt bzw versprochen 🙂
    Das Buch ist bestimmt super. Ich würde mich auch darüber freuen.
    Schönen Tag noch und liebe Grüße, Bettina
    betty5[at]gmx.at

  • Hallo Liebes,
    ich lese ja total gern und vor allem solche Bücher. Mit deinem Post hast du mich echt neugierig gemacht, zumal ich das Buch noch gar nicht kannte. 🙂 Ich gern bei deinem Gewinnspiel mitmachen. 🙂

    Unzufrieden ist man manchmal, das gehört einfach zum Leben dazu. Wichtig ist nur, dass man es erkennt und etwas daran ändert, beispielsweise, indem man etwas macht, was einem gut tut. So mache ich es zumindest immer. 🙂

    Ich folge dir auf Facebook als Elisabeth-Amalie und meine Mailadresse ist: rosa_zuckerwattenwoelkchen@web.de. 🙂

    Vielen Dank für das tolle Gewinnspiel. ♥

    liebst Elisabeth-Amalie

  • Hallo 🙂
    Also ich sag mal positiv denken ist das A und O. Ich bin sehr dankbar für alles was ich habe, meinen Schatz und unsere beiden Kinder, und dass wir es uns leisten können, dass ich so lang bei den Kindern zu Hause bleiben kann wie ich möchte bzw eben mit ein paar Stunden anfange und nicht gleich Vollzeit einsteigen muss. Ich bin dankbar dafür, dass wir ein Dach über den Kopf haben und für unsere Familien, die immer für uns da sind, auch wenn sie 600 km weit weg wohnen.
    Dankbar sein ist ebenso wichtig wie positiv denken, denn da macht man sich erst bewusst wie viel man zur Verfügung hat und mit welchen Reichtum man umgeben ist.
    Alles Liebe
    Sandra

    PS: folge via GFC (einfach SaRa). Kontakt: sandra.hoedl(a)gmx.de

  • Hallo Sylvie, ich hab nun zwei Kinder und bin glücklich sie zu haben. Dennoch wünscht man sich nun wiederum als Mutter auch mal ein Leben außerhalb dieser doch oft anstrengenden Kinderwelt zu haben. Wie toll finde ich, wenn du schreibst du wärst mit deinen Mädels zusammen, ganz ungezwungen und voller Spaß. Ich kenne irgendwie nur noch Frauen, die ebenfalls Kinder haben, und dann gibt es nur noch das eine Thema: eben Kinder. 😉 Es ist wie es ist.Irgendwann kommt die Zeit wo ich auch wieder mal Spaß haben werde. Das Buch klingt interessant und ich würde es gerne lesen.Liebe Grüße Claudia

    • Oh, das glaube ich dir bzw. muss ich gestehen, dass ich das ncith so wahr haben will. Da schreit aber wahrscheinlich meine rosarote Brille und der dringende Wunsch nach Kindern. Und wenn sie dann da sind, so sehr man sie auch liebt, wird es mit Sicherheit Tage geben, an denen man sich wünscht, jetzt doch einfach mal komplett allein zu sein 🙂

      Liebst
      Sylvi

  • Also das Buch hört sich toll an und könnte ich gut gebrauchen! Wie schütze ich mich vor Unzufriedenheit…naja manchmal denke ich mir dass gewisse Situationen einen Sinn haben und man dadurch noch Stärker wird. Wenn man trotz negativer Energie vom Umfeld durchhält und zeigt dass es eben doch geht!

    Liebe Grüße aus Linz
    Tanja
    (littlemisstanja@gmail.com?

  • Sich eben nicht ständig vergleichen (wir Frauen machen das andauernd *schlimm*) Heute am Internationalen Tag der Frustschreie ??? passt dein Post doch hervorragend. Man muss sich selbst mehr zu- und vertrauen. Manches fügt sich wie von alleine und Geduld haben – Loslassen…ich übe mich daran und sehr oft hilft's und ich fühl mich zufrieden und wohl. Ich bin "schon" 32, glaub mir diese Themen (Heirat, Kinder usw.) verfolgen einen! ??? Das Buch würde ich sehr gerne lesen.
    Folge Dir auf facebook – JuliGredler
    (JuliaGredler (at)googlemail.com)
    Alles Liebe
    Juli

  • Hallo liebe Sylvie,

    ich kann auch nicht wirklich über mein Leben meckern, da ich es so handhabe wie in dem Buch, wenn alles Kinder bekommen, bekomme ich erst recht keins, da mir meine beiden Nichten absolut reichen.
    Allerdings würde mich doch interessieren, ob in dem Buch auch so Ähnlichkeiten mit mir gibt, den ich war schon immer anders als die anderen.
    Lass dich nicht von anderen beeinflussen, den dann geht so manches schief.

    Lieben Gruß aus Wuppertal
    Jessi
    (Rjessy81@hotmail.com)

  • Ich will nicht am Gewinnspiel teilnehmen, hab das Buch grad auf meine Geburtstags-Wunschliste gepackt ABER:
    WORD! Sowas von.

    Der Großteil der "Facebook-Welten" ist eh gefaked oder zeigt zumindest nur einen mini-Ausschnitt aus einer Situation und dem Leben. Aber nur selten die Realität. Ich mein… pf! Wer macht schon Fotos von den eigenen Problemen und dem Scheitern. Wenn man heulend auf dem Sofa sitzt, gerade Kacken war, sich mit dem Partner zofft, wie ein Asi das ganze Wochenende nur rumlungert, wie unaufgeräumt die Wohnung ist oder eben wie kacke langweilig die Party war. Kaum jemand. Brauchen wir uns ja eh nix vormachen.

    Ich kenn dieses "Neidgefühl" von mir selbst. Wenn ich z.B. all die toll deokrierten Schicki-Micki-Oberstylo Buden ansehe und mich dann hier in meiner Bude umsehe, mit den vergilbten Nikotin-Wänden, denk ich: Du arme, alte Sau bist die Einzige, die in einem Loch wohnt.

    Ich hab letztens aber die "Ehre" gehabt, in einer dieser typisch pastell-weißen-Lichter-Buden sein zu können und was soll ich sagen: sieht genauso kacke aus wie bei mir (Kackstreifen im Klo inklusive), nur die zwei "schöne Fotos Ecken" sehen toll aus 😀

    Es ist alles mehr Schein als Sein und wenn man sich an dieser "Facebook-Welt" orientiert, an all dem Ruhm, Reichtum, dem Schicki-Micki und die Welt besteht nur aus Regenbogen und rosa Wölkchen Kack, dann wird man IRRE!

    Werde auch jeden Tag besser darin, genau solche Leute eher zu bemitleiden, als ihrem Leben neidvoll hinter her zu schmachten.

    • Da gebe ich Dir vollkommen Recht, dass der Großteil eh Fake ist. Naja, das kommt aber häufig gut an – jedenfalls oftmals besser als wenn man nur abrotzt. Obwohl – vielleicht auch nicht, nur wollen die meisten wahrscheinlich einfach nicht das 'wahre' Leben zeigen, weil man ja schon ungerne über die negativen Aspekte bei sich spricht ^^.
      Hahahahah – Rattenloch ist quasi deine Behausung, wa ;D
      Mittlerweile sehe ich das auch lockrer, weil ich ebenso, wie du, mittlerweile einfach weiß, wie der Hase läuft und dass vieles von dem, was man sieht, eine Ecke des Zimmers ist oder ein Teil des Lebens darstellt, während der Rest dann doch ehe kackbraun ist…

  • Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein tolles Leben führe. ich habe einen guten Job, der es zulässt, dass ich mir das leisten kann, was ich will, habe einen guten Ehemann, mit dem ich mich gut verstehe und ergänze, und haben ein angenehmes Verhältnis zu den Kindern meines Mannes und zu den Eltern und Schweigereltern. Ich habe absolut keinen Grund zum unzufrieden sein.
    Ich folge auf facebook mit meinem Namen Dalmatiner Prinz Monika
    dalmatiner@gmx.at

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