Travel: Finnland hat mich zurückerobert – Ein Tag in Turku.

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Finnland, puh. Das war im vergangenen Jahr so gar nicht mein Cup of tea gewesen. Einen Tag in Helsinki verbracht und nicht verliebt. Die Stadt war schön und es war im Nachhinein schön zu sagen, dass ich da war, keine Frage, aber das gewisse Etwas hat gefehlt. Der Funke sprühte nicht über, weshalb ich das Interesse zunächst an Finnland verlor. Doch dann kamst Du, Turku. Du hast mir gezeigt, was Finnland kann und Du hast mich zurückerobert.

Ein schwerer Start.

Nachdem wir Stockholm unsicher gemacht hatten, ging es nachts mit dem Schiff gen Finnland. Die Freude hielt sich noch in Grenzen, da ich ja eh nicht so der Finnland-Fanatiker war und die Aussicht, am nächsten Morgen, um vier Uhr aufzustehen, meine Laune ebenfalls etwas trübte. Todmüde, halb erfroren und hungrig wie nix, kamen wir also im -7°C arschkalten Turku an. Froh waren Diandra und ich darüber, dass wir von einem Fahrer abgeholt und zur Markthalle gefahren wurden – ein Luxus über den wir mehr als dankbar waren.

Unser Treffen mit Olga.

Noch immer nicht ganz wach, aber besserer Dinge, da die Sonne so wunderbar herauskam, machten wir uns zum Touristenzentrum auf, wo wir Olga, unsere Ansprechpartnerin für diese Tag, kennenlernen sollten. Selbst wegen der Liebe nach Finnland und speziell nach Turku gekommen, gab sie uns in ihrer sympathischen Art und Weise erst einmal einen Überblick über den Tag und erklärte uns einiges zur Stadt. Danke an dieser Stelle, Olga, für Deine Zeit und Mühe, die Du uns geschenkt hast.

Altstadt ohne Stadt

Ich, als Altstadtliebhaber, fragte natürlich direkt als erstes, wo sich diese denn befinde, woraufhin uns Olga erst einmal ‚beichten‘ musste, dass es eine Altstadt nicht gäbe, sondern eher so etwas wie ein Altgässchen… Grund dafür sind einige verherende Brände, die die Stadt damals heimsuchten und eben alles mit ins Verderben zogen, was aus Holz war. Am Ende blieben also leider nur noch eine handvoll Häuschen über, die man leider viel zu schnell übersieht, da es ein wenig verwinkelt ist. Diandra und ich sind erst einmal in die falsche Richtung gelaufen, was allerdings an mir lag, da ich mir hundertprozentig sicher war, dass wir Weg x hätten gehen müssen – naja, ich hätte wissen müssen, dass das nichts wird mit meiner Orientierung ^^.

Nix is‘ mit TurkuCard.

Wer schon googlet, ob es denn eine Turku-Card gibt, dem sei jetzt schon gesagt, dass er vergeblich  suchen wird, da es nämlich keine mehr gibt. ABER, statt einer solchen Citycard hat sich Turku etwas anderes einfallen lassen, was mich zunächst etwas irritierte, sich dann aber als eine richtig geniale Idee herausstellte.

Foodwalk.

Ich stand wirklich erst wie der Ochs vorm Berge, ehe ich gecheckt hatte, was genau denn der Foodwalk sein soll. Im Grunde ist es jedoch kinderleicht und perfekt, um die Kulinarik in Turku kennenzulernen. Und zwar könnt ihr im Tourismuscenter einen solchen Foodwalk erwerben. Dies ist eine Karte mit zehn verschiedenen Lokalitäten, die sich in Turku befinden. Fünf davon könnt ihr euch dann aussuchen und innerhalb von drei Tagen besuchen. Wenn ihr in einem der Lokale seid, zeigt ihr die Karte vor und bekommt dann entsprechend etwas für umsonst zum Probieren. Das können ein Kaffee und ein Kuchen sein, eine Tapas-Platte oder oder oder. Das ist je nach Restaurant und Café verschieden. Natürlich könnt ihr das alles auch an einem Tag einlösen, so wie es Diandra und ich taten, seid danach aber pickepacke voll ^^. Eine richtig tolle Sache auf jeden Fall und im Laufe dieses Beitrags zeige ich euch auch noch meine Favoriten! Habt ihr alle fünf abgehakt, bekommt ihr dann nochmal 15% auf eines der Lokale, die auf dem Foodwalk angeschlagen sind.

Museumswalk.

Der Museumswalk verhält sich ziemlich ähnlich wie der Foodwalk, nur, dass ihr eben umsonst in verschiedene Museen kommt und teilweise auch noch das eine oder andere Goodie extra vergünstigt bekommt. Auch hier zeige ich euch nachher noch meine liebsten Museen. Für alle also ideal geeignet, die sich gerne in Museen herumtreiben und so viel von der Geschichte des Landes oder der Stadt mitbekommen wollen. Diese Art der Walks sollte es ruhig in anderen Städten auch geben! Beachtet aber bitte, dass nicht alle Museen das ganze Jahr über geöffnet haben.

Turku ist gefühlt winzig.

Turku ist wirklich winzig. Alles, was ihr vorhabt (auch in bezug auf die verschiedenen Walks) könnt ihr getrost zu Fuß erreichen, da die Wege so minimal sind. Turku ist übrigens auch die älteste Stadt Finnlands und ebstand einst nur aus einer winzigen Insel auf der sich das Castle befand. Mittlerweile gewinnt die Stadt regelmäßig an Größe dazu. Bei gutem Wetter könnt ihr einfach mal am Fluss entlang laufen und euch die frische Luft um die Nase wehen lassen. Wann immer ihr nicht mehr wisst, wo ihr hinmüsst, folgt einfach dem Wasser, da der Fluss Aura vom Hafen in die Stadt und eben auch wieder zurückführt ^^. Solltet ihr dennoch mal mit dem Bus fahren – ein Ticket kostet 3€ und ist zwei Stunden in beide Richtungen gültig – winkt dem Busfahrer zu, damit er anhält und euch einsammelt.

Where to eat.

Wie oben ja bereits erwähnt, haben wir uns den ganzen Tag durch die Kulinarik Turkus gefuttert und es uns richtig gut gehen lassen. Welche Lokale wir uns aussuchten und was ich absolut empfehlen kann, möchte ich euch nun vorstellen.

  • Café Art: Klein, aber oho – das trifft absolut auf dieses zuckersüße Cafè zu. Mit nur wenigen Plätzen, dafür aber mit einer tollen Auswahl an Kuchen und unterschiedlichen Kaffee-Spezialitäten hatte es mich direkt in seinen Bann gezogen und dass der Inhaber so gut drauf war, machte das Ganze auch nochmal zu einem Erlebnis. Durch den Foodwalk konnten wir dort einen Kuchen – Caramell-Schnitte – und eine Kaffeespezialität – mein heißgeliebter Latte Macchiato – probieren und waren beide hin und weg. Eine Empfehlung, ob mit oder ohne Foodwalk!

  • Di Trevi: Ein Lokal mit mediterranen Gerichten, welches direkt um die Ecke vom Café Art liegt, bietet eine tolle Atmosphäre und leckeres Essen an. Durch die FoodwalkCard erhaltet ihr einen Tapas-Platte. Übrigens: Bekommt ihr in vielen Lokalen Leitunsgwasser für umsonst und auch direkt auf den Tisch gestellt.

  • Pinella: Zum Abschluss des tages kehrten wir noh ins Pinella ein, wo ihr das Dessert des Tages bekommt. Wir hatten and em Tag das Vergnügen ein Rotebeete-Eis mit einer Schokoganache zu probieren und was soll ich sagen, ich hätte NIEMALS gedacht, dass Rotebeete so gut als Eis ist!

Museumsliebe.

Hier und dort gibt wa Museen, die ich super gerne besuche und an denen ich meine helle Freude habe. Welche das sind, zeige ich euch nun.

  • Dom von Turku: Okay, der Dom ist kein Museum, doch trotzdem ein Weg wert. Natürlich ohne Eintritt kommt ihr schon recht früh hinein und könnt euch vom Gebäude verzaubern lassen. Eine wirklich richtig schöne Kirche, in der man sich gut und gerne aufwärmen kann.

  • Turku Castle: Direkt am Hafen gelegen kommt dieses wundervolle und mit gefühlt dreimillionen Stufen erbautes Castle daher. Es gibt viel zu sehen und zu erfahren und ist einen Besuch mehr als wert! Bei gutem Wetter kann man sich auch wunderbar in die Gärten setzen und einfach mal ausspannen. Unterschätzt aber die ganzen Stufen nicht, man sollte schon gut zu Fuß sein. Und dennoch mein absoluter Favorit!

  • Aboa Vetus // Ars Nova: Das Archäologie- // Kunstmuseum vereint direkt zwei Museen in einem, nämlich eben archäologische Ausgrabungen und neuzeitliche Kunst. Vor allem die Archäologieausstellung hat mich begeistert, da ich es immer wieder erstaunlich finde, zwischen alten Gemäuern umherzulaufen und mir vorzustellen, wie schon vor hunderten von Jahren Menschen dort gewaltet haben.

Mein Tipp:

Besucht Turku am besten im Sommer, denn dann habt ihr die Möglichkeit verschiedene Festivals und Co. mitzuerleben! Obwohl Turku so klein und entspannt ist, bekommt ihr das volle Kulturprogramm und das Ganze ganz ohne Menschenmassen und Hektik! Eine wundervolle Stadt!

 

*Liebsten Dank an Tallink Silja Line und Olga für den schönen Aufenthalt und die Unterstützung.

2 Comments

  • Hey, ich war mal eine Zeit in Tampere- auch eines der größten Städte Finnlands. Es war spannend die Lebensart kennen zu lernen, aber auch wie bei dir, nicht sehr warm.
    und… vor allem alles verhältnismäßig teuer.
    Die Festivals sind natürlich super, ich war ja dort als das Tammerfest war :).
    Liebe Grüße!

    • Ok, Tampere kenne ich gar nicht – noch nicht 😀
      Ja, teuer, das sind die Finnen, aber auch die Schweden. leider!

      Dann muss ich direkt mal googlen was das für ein Fest ist <3
      Allerliebste Grüße
      Sylvi

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